Der Autor Didier Daeninckx


Der Autor Didier Daeninckx



Für den Übersetzungswettbewerb konnte die Kunststiftung NRW den berühmten französischen Autoren Didier Daeninckx gewinnen, der eigens eine Novelle zu Reims geschrieben hat.


Schreiben gegen das Vergessen

Didier Daeninckx gilt als einer der wichtigsten Schriftsteller der französischen Kriminalliteratur.

Doch seine Romane wollen nicht nur unterhalten, sondern verstehen sich vor allem als sozialkritische Schriften. Von Beginn an verbindet er seine fiktionalen Texte mit beeindruckend genauen Recherchen zu noch immer gesellschaftlich brisanten Themen der französischen Vergangenheit und Erinnerungspolitik. Ob über Schattenseiten der kolonialen Vergangenheit Frankreichs, Korruptionspraktiken der Polizei oder die Rückführungspolitik von Flüchtlingen, schreibt der Autor gegen das Vergessen, den „Négationnisme“ an.

Er gilt als ein führender Mitbegründer des Roman noir.



Foto: Didier Daeninckx



Aufarbeitung des Ersten Weltkriegs

Auch das Thema des Ersten Weltkriegs bewegt Daeninckx literarisches Werk.


Mit „Le der des der“ widmet er seinem 1917 aus der Armee desertierten Großvater ein Denkmal und ruft mit Essays wie „Un petit air mutin“ die zahlreichen Kolonialsoldaten des Ersten Weltkriegs ins Bewusstsein zurück. Im Rahmen des hundertjährigen Gedenkens 2014 erscheint mit „Maudite soit la guerre“ ein Comic für Kinder, das als erstes seiner Art für den renommierten Prix du roman historique jeunesse nominiert wird.


Seine Begabung, sensible Themen der nationalen Erinnerungskultur und Vergangenheits-bewältigung Frankreichs durch ungewöhnlich akkurate historische Recherchen offenzulegen und gleichzeitig auch für Jüngere zugänglich zu machen, sowie sein Einsatz für ein friedvolles und tolerantes Miteinander wurden mit seinem großzügigen Engagement für den Übersetzungswettbewerb der Kunststiftung NRW 2017 erneut unter Beweis gestellt.