Hintergrund und Ziele


Das Reims-Projekt

Der Erste Weltkrieg, diese „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts, veränderte die Welt nachhaltig. Die vielen Opfer dieses Krieges haben ihre Spuren besonders im deutsch-französischen Verhältnis hinterlassen. Übersteigerter Nationalismus und Instrumentalisierung von Geschichte sorgten trotz Zerstörungen und Leid auch nach 1918 auf beiden Seiten noch vielfach für gegenseitige Ablehnung.


Heute, einhundert Jahre nach dem Beginn dieses „großen Schlachtens“, erinnern sich Menschen beider Ländern an die geteilte Erfahrung des Krieges, nicht mehr in gegenseitiger Anklage oder Feindschaft, sondern gemeinsam im Engagement für eine friedvolle Zukunft Europas.


Das „Reims-Projekt“, in dem die Kunststiftung NRW in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt die Schenkung neuer, durch den Künstler Imi Knoebel geschaffener Buntglasfenster für die 1914 von deutschen Truppen stark beschädigte Kathedrale von Reims realisierte, ist heute ein starkes Symbol dieser deutsch-französischen Annäherung.



Imi Knoebel vor dem Glasfenster in der Kathedrale zu Reims | Foto: Ivo Faber

 


Übersetzung für ein friedvolles Miteinander

Heute haben viele Deutsche und Franzosen die Notwendigkeit erkannt, „sich zu verstehen“. „Sich verstehen“, das bedeutet Zweierlei: im übertragenen Sinne meint es das friedliche Miteinander und die gegenseitige Wertschätzung. Im wörtlichen Sinne bedeutet es aber auch die konkrete Fähigkeit sich zu verständigen, d.h. sich über Sprache austauschen zu können.


In der festen Überzeugung, dass auch in Zeiten des Friedens Kulturtransfer und kultureller Austausch unverzichtbare Voraussetzungen für eine friedvolle Zukunft sind und getragen von dem Wissen, dass die Beherrschung der Fremdsprache ein wesentlicher Schlüssel zum Verständnis des Anderen und dessen Kultur ist, fördert die Kunststiftung NRW seit mehr als zehn Jahren herausragende literarische Übersetzungen. Der jährlich vergebene Straelener Übersetzerpreis gehört zu den höchstdotierten Literaturpreisen im deutschsprachigen Raum.



Einweihungsfeier in Reims 2015 | Foto: Ivo Faber

 


„Erzähl mir von Reims!“ – Übersetzungswettbewerb für die Jugend

Mit Blick auf die gemeinsame Zukunft richtet sich die Stiftung nun an diejenigen, die Europa fortan gestalten werden – die Jugend.


Mit dem Ziel, auch die künftige Generation mit herausragenden Übersetzern auszustatten, organisiert die Kunststiftung NRW im Rahmen des „Reims-Projekts“ im Jahr 2017 erstmals einen Übersetzungswettbewerb speziell für Schülerinnen und Schüler in NRW. Ihre Initiative zielt darauf ab, Jugendlichen Lust auf Übersetzung und gegenseitigen Spracherwerb zu machen.


Im Sinne der Förderung von – immer wichtiger werdenden – Kulturtransfers, bietet der Übersetzungswettbewerb auch die Möglichkeit, zeitgenössische französische Literatur für Schülerinnen und Schüler durch eine Autorenbegegnung „hautnah“ erfahrbar zu machen.