Wege durch das Land


„Die Zukunft gehört der Güte“ sagte Bertha von Suttner am Vorabend des Ersten Weltkrieges, und auch wenn die Welt um uns herum aus den Fugen gerät und man angesichts der Realität diese Aussage für einen sinnlosen Wunsch hält, kommt man doch zu der Einsicht: Was sonst könnte eine Zukunft ermöglichen, wenn es nicht die Güte ist.


Das 16. Literatur- und Musikfest „Wege durch das Land" führt vom 14. Mai bis zum 8. August 2015 zu 23 verschiedenen Renaissanceschlössern, in barocke Herrenhäuser, Klöster und auf Deelen sowie in die freie Natur unter blauem Himmel. Ein ganzes Dorf spielt mit. Acht neue Orte sind darunter, viele vertraute Bekannte lesen und sieben prominente Schauspieler geben ihr Debüt. Insgesamt sind 185 Künstler aus 19 Ländern beteiligt. Das Programm glänzt mit großen Namen und Entdeckungen, es entwickelt aus der inhaltlichen Verknüpfung von Ort, Text und Musik neue, aufregende unerwartete Konzepte mit  fünf Uraufführungen, Eigenproduktionen und Auftragsarbeiten, es vertraut unbedingt dem Wort und darauf, das die Zukunft der Güte gehört.


Vor dem Hintergrund der aktuellen Grausamkeiten, des Zynismus, der Orientierungslosigkeit möchte das Programm des Jahres 2015 ein Gefühl für die Werte des Lebens verstärken, Inseln der intellektuellen Begegnung temporär durch die Veranstaltungen errichten, ansprechende Atmosphären stiften und den Geist und die Sinne anregende Literatur und Musik vortragen. Erarbeitet wird mit Auftragsarbeiten an Schriftsteller und mit Eigenproduktionen ein die Ortsbezüge aufgreifendes und zugleich erweiterndes Programm, das sich dem Querfeldeindenken als einem Akt der intellektuellen und emotionalen Verdoppelung verpflichtet fühlt. Das Literatur- und Musikfest entwickelt seine Dynamik und Energie aus ebendieser Doppelung, um Freude an der Welt zu wecken, indem auch die dunklen Seiten, die in der Landschaft verborgen sind, gezeigt und benannt werden, um sie durch Über-Blendungen gleichsam zu „bannen" – soweit man durch Kunst dazu in der Lage sein kann. Aber eben das kann Literatur: sagen, was gesagt werden muss, und im idealen Fall unsere Augen für etwas öffnen, was wir vorher so noch nie gesehen haben.


Allgemeine Informationen: www.wege-durch-das-land.de