ZEBRA Poetry Film Festival Münster | Berlin


Erstmals findet das bedeutendste Festival für Poesiefilme, das Zebra Poetry Film Festival vom 27. bis 30. Oktober 2016 in Münster statt. Die Stadt Münster und ihre Literaturszene gewinnt damit dauerhaft die größte internationale Plattform für Kurzfilme, die auf Gedichten basieren - den Poesiefilmen. Schauplatz und Festivalzentrum ist das Programmkino Schlosstheater.



Als das Festival in Berlin 2014/15 in eine finanzielle Krise geriet, engagierte sich die Kunststiftung NRW für die Zukunft dieses international einzigartigen Festival-Formats. Sie vermittelte das Festival an den renommierten Literaturstandort Münster und gewann unter anderem das Land NRW und die Kulturstiftung des LWL als Partner. In gemeinsamer Arbeit von Filmwerkstatt Münster und dem Haus der Poesie, vormals Literaturwerkstatt Berlin, entstand ein neues Konzept, das nun an drei Tagen, vom 27. bis 30. Oktober 2016 vorgestellt wird:


Insgesamt werden mehr als 200 Kurzfilme, die auf Gedichten basieren, zu sehen sein. Darunter sind 47 Weltpremieren. Rund 100 Filmemacher und Dichter, aus Großbritannien, Frankreich, Spanien, Russland, der Ukraine, Belgien und den Niederlanden, haben zugesagt, ihre Filme vorzustellen und aus den Gedichten zu lesen.


Mit einem internationalen, einem deutschsprachigen und einem NRW-Wettbewerb um die besten Poesiefilme, thematischen Filmprogrammen, einer Retrospektive zur TV-Poesie von Klaus-Peter Dencker, Lesungen, einem Kolloquium, dem Kinderprogramm ZEBRINO sowie dem Länderschwerpunkt Flandern und Niederlande zeigt es die Vielfalt des Genres Poesiefilm.


Die Kunststiftung NRW steht dem Festival als Hauptförderer zur Seite. Sie etabliert damit in NRW ein neues zukunftsweisendes Format für die Präsentation von Gegenwartspoesie und setzt einen wichtigen Impulse für die internationale Vernetzung von Autorinnen und Autoren. Mit ihrem Engagement für Poesiefilme ermöglicht die Kunststiftung NRW ein visuell-textuelles Format, das die lyrische Form in bewegte Bilder fasst und einen neuen Erfahrungsraum für das Gedicht eröffnet.


Ermöglicht wird das Festival außerdem durch die Förderung der LWL Kulturstiftung, des Landes NRW und der Stadt Münster, der Stiftung der Sparkasse Münsterland Ost, des Kulturrucksacks NRW sowie des Niederländischen Generalkonsulats und der Flämischen Repräsentanz. Die Wettbewerbspreise, insgesamt 12.000 Euro, werden 2016 vom Haus für Poesie (Berlin), dem Goethe-Institut, dem Auswärtigen Amt, der Alfred Ritter GmbH & Co. KG und der Deutschen Lufthansa AG gestiftet.



Die Gewinnerfilme im Überblick:


Off the Trail (GB 2015) von Nick Jordan und Jacob Cartwright. Nach dem Gedicht “Endless Streams and Mountains“ von Gary Snyder, ausgezeichnet mit dem „ZEBRA Preis für den besten Poesiefilm.


Goldfish (D 2016) von Rain Kencana nach dem Gedicht “Golden Fish“ von Shuntaro Tanikawa, ausgezeichnet mit dem „Goethe-Filmpreis“.


Process:Breath (N 2016) von Line Klungseth Johansen nach ihrem gleichnamigen Gedicht, ausgezeichnet mit dem „Goethe-Filmpreis“.


Steel and Air (USA 2016) von Chris & Nick Libbey nach dem gleichnamigen Gedicht von John Ashbery, ausgezeichnet mit dem „Preis für den besten Film für Toleranz“.


Hail the Bodhisattva of Collected Junk (TWN 2015) von Ye Mimi nach ihrem gleichnamigen Gedicht, ausgezeichnet mit dem „Preis für den besten Film für Toleranz.


Die Angst des Wolfs vor dem Wolf (D 2014) von Juliane Jaschnow nach dem Gedicht „Die Angst des Wolfs vor dem Wolf“ von Stefan Petermann, ausgezeichnet mit dem Ritter Sport Film Preis“.


Vögel auf Stromleitungen (D 2014) von Dean Ruddock nach seinem gleichnamigen Gedicht, ausgezeichnet mit dem Preis für den besten Poesiefilm aus Nordrhein-Westfalen.


Automne (F 2016) von Hugo de Faucompret nach dem Gedicht „Automne“ von Guillaume Apollinaire, ausgezeichnet mit dem ZEBRINO Preis.


Die Jury beschreibt den mit dem Hauptpreis ausgezeichneten Film “Off the Trail“ als eine „prä-apokalyptische Reise […] in eine sich zersetzende Welt“. Die Regisseure beziehen sich mit ihrem Kurzfilm auf das Gedicht “Endless Streams and Mountains“ von Gary Snyder, der seinem Zeitgenossen Jack Kerouac als Modell für den Romanhelden in „Gammler, Zen und hohe Berge“ diente. Auch “Steel and Air“ beruft sich auf einen großen amerikanischen Dichter, nämlich auf John Ashbery. In dem Poesiefilm von Chris und Nick Libbey stellt ein Automat gegen Münzeinwurf Erinnerungen und damit verbundene Gefühle wieder her. Dafür haben die Filmemacher neben Ye Mimi den Toleranzpreis erhalten. In Mimis Film “Hail the Bodhisattva of Collected Junk“ singen Lumpen- und Schrottsammler „Verkauft an mich, verkauft an mich“ in buddhistischer Liedtradition. Für die Jury ist es der „schillerndschrottigste Film, voller Unratswut, wo Buddha mit der Ruderalgesellschaft lacht“.



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