Neuerscheinung: Julia Trompeter, Frühling in Utrecht


          Julia Trompeter, Foto: Heike Bogenberger



»Aber nein«, denkt Klara. »Jetzt nicht an Hauke denken.« Denn Hauke ist Vergangenheit. Und das Hauke’s auch, die Kneipe, die Hauke und Klara im Berliner Wedding betrieben haben. Die Gegenwart heißt Utrecht und in Utrecht ist vieles anders. Ganz anders. Oder nur fast.


Frühling in Utrecht (Verlag Schöffling & Co.), so heißt Julia Trompeters neuer Roman. Nach ihrem lyrischen Debüt Zum Begreifen nah und dem ersten Roman Die Mittlerin ist es das dritte. Klara, die Protagonistin, schreibt, notiert  unentwegt  die Unterschiede, die sie zwischen niederländischem fietsen und deutschem Radeln, zwischen broodje und Butterstullen ausmacht – wie um sich klar zu werden, dass das jetzt ihr neues Leben ist, zwischen winkels und herbstlichen Grachten, in denen Männer schweigend Wasser aus ihren halb gekenterten Kähnen  schöpfen. Das minutiöse Beobachten und Mitschreiben wird ihr zum Aufschub, zur Ablenkung, um nicht an das Hauke’s denken zu müssen. Oder an Hauke.



Julia Trompeter erhielt für das Verfassen ihres Buches ein Arbeitsstipendium der Kunststiftung NRW.