Thomas-Kling-Poetikdozentur 2016:
Esther Kinsky


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Zum Sommersemester 2016 übernahm die Übersetzerin und Schriftstellerin Esther Kinsky die Thomas-Kling-Poetikdozentur an der Universität Bonn. Die 2011 von der Kunststiftung NRW geschaffene Poetikdozentur wurde damit zum sechsten Mal besetzt. Die feierliche Antrittsvorlesung „Irrgast. Umwege zur Umbenennung der Welt“ von Esther Kinsky fand am 28. April 2016 um 19 Uhr im Bonner Universitätsforum statt.


Esther Kinsky (Jahrgang 1956) wuchs am Rhein auf und studierte in Bonn Slawistik. Sie übersetzt aus dem Englischen, Russischen und Polnischen, schreibt selbst Prosa und Lyrik und fotografiert. Sie lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. Ihre übersetzerischen wie ihre literarischen Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. 2009 mit dem Paul-Celan-Preis, 2015 mit dem Kranichsteiner Literaturpreis und 2016 mit dem Adalbert von Chamisso Preis. Ihr zum Zeitpunkt ihrer Poetikdozentur zuletzt erschienener Roman war Am Fluss , Verlag Matthes & Seitz 2014.

Esther Kinskys Aufmerksamkeit gilt den Randzonen des zivilisatorischen Lebens: Einem unfassbaren Dritten aus unbrauchbar gewordenen Artefakten und beunruhigter Natur verhilft sie zu Wahrnehmbarkeit und Sprache. Auch eine abgeschriebene Gegend Europas, das Banat, wird in ihren sorgfältig gewogenen Sätzen und ihrem nuanciertem Vokabular zum Medium von Poesie.