NOW! – 5. Ausgabe des Festivals für Neue Musik


Zwischen dem 5. und 8. November erreicht das Essener Festival NOW!, das vom 23. Oktober bis 8. November 2015 zum fünften Mal stattfindet, weitere künstlerische Höhepunkte. Es lädt Ensembles und Orchester aus der Region sowie aus dem benachbarten Ausland zu Auftragskompositionen, Uraufführungen und Werken der zeitgenössischen Musik ein. Die Arbeitsergebnisse aus dem Schüler*innen-Projekt „Stimmig – Unstimmig" werden in einem Konzert am 22. Januar 2016 präsentiert.



In diesem Jahr  widmet sich das Festival unter dem Titel „Prismen“ nicht nur den Vorbildern und Wortführern des Spektralismus, sondern auch ihren Schülern und Bewunderern. Konzertorte sind neben der Philharmonie Essen auch ungewöhnlichere Locations wie das Gasometer Oberhausen und Salzlager sowie Mischanlage der Kokerei Zollverein.


„Geheimnisvolles Vehikel für leuchtende Reisen des Hörens in die Verwandlung: Griseys Musik macht die Sinne und den Geist jedes Mal auf andere Weise staunen – und sie staunt selbst mit.“ Mit diesen bewundernden Worten hat sich einmal Helmut Lachenmann zu den Klängen des Franzosen Gérard Grisey geäußert, der die mikrotonale Sinnlichkeit in der Neuen Musik wiederentdeckt hatte. Mit seinem Komponistenfreund Tristan Murail war Grisey Anfang der 1970er-Jahre in musikalische Welten aufgebrochen, die bis dahin zum großen Teil noch verborgen lagen. Auch dank neuester Computersoftware drangen sie in das Innerste der Klänge vor und formten aus den Spektren der Obertöne faszinierende, fein bis bedrohlich vibrierende Klangfarbenwesen. Als „Spektrale Musik“ hat dieses Musikdenken seitdem seinen festen Platz in den modernen Musikgeschichtsbüchern.


Vor diesem Hintergrund verdienen folgende Veranstaltungen besondere Aufmerksamkeit.


Am 5. und 6. November geben die Essener Philharmoniker gemeinsam mit dem Ensemble Musikfabrik unter der Leitung von Peter Rundel ihr 3. Sinfoniekonzert mit Werken von Giacinto Scelsi, Georg Friedrich Haas und Maurice Ravel.


Vom 7. bis 29. November ist in der Mischanlage der Kokerei Zollverein eine Laser- und Klanginstallation für Laser, Nebel und Lautsprecher unter dem Titel „Werk III“ von Robert Henke zu erleben.


Am 7. November steigt die Satie-Nacht mit dem Werk „Vexations“. „Vexations“ (Schikanen, Quälereien) heißt die 1895 entstandene, recht kurze Pièce. Doch Satie kam auf die Idee, dass man es nonstop 840 Mal spielen müsse. Seit der vom Satie-Fan Cage realisierten Live- Premiere gelten die „Vexations“ somit quasi als Geburtsstück der Minimal Music. Nun kann man einer der ganz seltenen Gesamtaufführungen von „Vexations“ beiwohnen. Und im Laufe dieses Satie-Marathons wird man fasziniert sein, welch große Wirkung solch ein kleines Stück erzielen kann.


Allgemeine Informationen: www.philharmonie-essen.de