Förderprojekte 2017 – Auswahl


Die Kunststiftung NRW wird 2017 das Stipendienprogramm mit der Internationalen Ensemble Modern Akademie (IEMA) in Frankfurt, der Lucerne Festival Academy, dem Künstlerdorf Schöppingen, den Stockhausen-Kursen in Kürten und der Orchesterakademie der Essener Philharmoniker fortsetzen. Das Stipendienprogramm ist weiterhin als Angebot für die künstlerisch herausragenden jungen Szenen konzipiert und richtet sich an die Absolventen der Hochschulen im Lande. Erstmals wird sich die Kunststiftung NRW 2017 dem Bereich des Gesangs widmen: sie fördert die neu eingerichtete Chorakademie des Westdeutschen Rundfunks, und ermöglicht so den herausragenden jungen Szenen aus Nordrhein-Westfalen eine Vertiefung der Kenntnisse in Zusammenarbeit mit einem der wichtigsten Chöre im Land.


Die Kunststiftung NRW verfolgt 2017 ihre Initiativen weiter und differenziert sie zugleich aus: So wird mit der Vergabe von Kompositionsaufträgen das Ensemble Musikfabrik seine international viel beacheten Programme im Rahmen der Konzertreihe „Musikfabrik im WDR“ fortsetzen. Das Programm CAMPUS MUSIKFABRIK wird durch nationale und internationale Kooperationen vertieft. Der Fonds Experimentelles Musiktheater wird 2017 am Schlosstheater Moers die Produktion „Gurbet. Die Gastarbeiteroper“ des Kollektivs AY-KU (Imran Ayata, Bülent Kullukcu) realisieren. Das Projekt widmet sich den historischen Dimensionen von Migration und Einwanderung in der jüngeren Geschichte Deutschlands.


Die Kunststiftung NRW ermöglicht im Jahr 2017 weitere Kompositionsaufträge, u.a. im Rahmen der Reihe „musikfabrik im WDR“ und den Wittener Tagen für Neue Musik sowie u.a. für „Marx in London“ an Jonathan Dove am Theater Bonn, „Out of the Dark“ an Brigitta Muntendorf für das Eclat-Festival Stuttgart und für „anthopoSCENE“ an den Düsseldorfer Künstler Jan Rohwedder.

Förderungen für CD-Produktionen werden 2017 u.a. das Minguet Quartett erhalten für die Einspielung des 2. Streichquartetts von Manfred Trojahn, Neos Music für eine CD mit Orchesterwerken von Philipp Maintz sowie der Komponist Michael Denhoff aus Bonn für seine Einspielung der Bach-Variationen op. 114.


Die Kunststiftung NRW lenkt ihr Augenmerk im Jahr 2017 auf besondere Kreationen und Neue Hörräume, so u.a auf die transdisziplinären Projekte beim Beethovenfest Bonn, Produktionen der Ruhrtriennale, dem „Siegfried“ in Minden sowie den Projekten „Concerts in the Dark“ des Kultursekretariats Gütersloh und „Zither in der Zeche“ im Ruhrgebiet. Außerdem ermöglicht die Kunststiftung NRW einen weiteren Zuschuss an die Internationalen Händelfestspiele Göttingen. Die Festspiele erarbeiten gemeinsam mit der Kölner Flötistin Dorothee Oberlinger und ihrem Ensemble 1700 eine szenische Umsetzung von Georg Friedrich Händels „Lucio Cornelio Silla“, in der neben der historisch informierten Aufführungspraxis in der Musik auch eine historische informierte Aufführungspraxis der Bewegung und des Tanzes realisiert werden soll.


In der Festivalförderung erreicht die Kunststiftung NRW 2017 erneut in allen Bereichen der musikalischen Praxis hervorragende Förderperspektiven. Das Spektrum reicht von der historisch informierten Aufführungspraxis bis hin zur aktuellen komponierten und improvisierten Musik. Besonders hervorzuheben sind: Acht Brücken - Musik für Köln 2017 unter dem Motto „Ton.Satz.Laut“ und mit dem Schwerpunkt Unsuk Chin (Köln); sowie NOW 2017! – „Grenzgänger“ (Essen). In Rahmen der Festivals findet auch die Mauricio Kagel-Preisverleihung der Kunststiftung NRW sowie die Uraufführung der Produktion „Sunken Garden“ von Michel van der Aa statt. Der Komponist war 2014 Preisträger des Mauricio-Kagel-Musikpreises.


Mit dem Mauricio Kagel Musikpreis vergibt die Kunststiftung NRW seit 2010 eine international bedeutende Auszeichnung, die mit € 50.000,- dotiert ist. Der Preis erinnert an einen der großen Komponisten aus Nordrhein-Westfalen und zeichnet künstlerische Positionen aus, die die künstlerischen Ideen Mauricio Kagels ins 21. Jahrhundert fortschreiben: Wittener Tage für neue Kammermusik (Witten) 2017; Beethovenfest 2017 mit der Fortsetzung des performativen Förderschwerpunktes (Bonn); sowie Forum Neuer Musik – Neun Veranstaltungen unter dem Motto „Im Antropozän – Ökologie und Humanismus“ (Deutschlandfunk, Köln).