MichaelDouglas Kollektiv: One Week Stand


Foto: Özlem Alkis


„Camouflage – revisited“ fokussiert auf die Geste des Versteckens, des Versteckens hinter
dem Material, in die Dunkelheit. Tarnung als biologisches Phänomen, um unsere Wahrnehmung zu testen. Was sehen wir als wahr an? Womit identifizieren wir uns? In dieser witzigen Welt formen sich immer wieder Dunkelheit, Silhouetten, Materialien, Bewegungen. Was verrät uns dieses System des
Versteckens? Was wird in dieser Unsichtbarkeit sichtbar?
Während des "One week stand” mit dem MichaelDouglas Kollektiv ist Özlem Alkis daran interessiert, den Begriff des Versteckens in den politischen und sozialen Bereich zu bringen: Verschwinden.


Choreografie: Özlem Alkis
Tanz: Susanne Grau, Sabina Perry, Douglas Bateman, Michael Maurissens, Adam Ster



Özlem Alkis arbeitet als Choreografin und Performerin an transdisziplinären Formaten undpr äsentiert ihre Arbeiten in Form von Bühnenstücken, Video-Präsentationen und Installationen. Sie wurde in Istanbul geboren und lebt heute in Köln. 2003 nahm sie am Studienprogramm „ex.e.r.ce“ des Centre Chorégraphique National de Montpellier teil und anschließend am choreografischen Forschungsprogramm „essais“ am Centre National de Danse Contemporaine-Angers. Sie war Mitbegründerin und bis 2012 Co-Leiterin des Festivals Amber Art and Technology Festival in Istanbul. 2012 leitete sie in Istanbul des Special Issue European Project, das die Entwicklung diskursiver Praktiken in darstellenden Küsten fördert. An der Hochschule für Musik und Tanz Köln belegt sie ab 2012 den Masterstudiengang Tanzvermittlung im zeitgenössischen Kontext. 2013 wird sie vom Tanzkongress eingeladen, einen Bericht zum Thema "Rethinking Tools in Dance Medicine"
zu verfassen. 2015 ist sie Berlin-Stipendiatin der Akademie der Künste (AdK) Berlin. Dort erarbeitete sie gemeinsam mit Neele Hülcker die Video-Tanz-Installation "Dog Park". Im selben Jahr ist sie mit dem Tanzstück "Dust Devil" für die Nachwuchsplattform SPRUNGBRETT im Rahmen des tanz nrw Festivals ausgewählt. Beim tanz.tausch Festival im Dezember 2015 ihre Premiere "We Began Walking THERE We Have Been" gezeigt. 2016 erhielt sie das Stipendium der Akademie der Künste der Welt. In 2017, im Rahmen des Festivals Tanz NRW ' 17, zeigte sie zwei Choreographen: "We began walking THERE We have been" in Altefeuerwache in Köln und "Camouflage" im tanzhaus nrw in Düsseldorf. 2017 organisierte sie auch ein Deutsch-Türkisches Austauschprojekt „We Need to Move Together” und ihre Premiere „Reverbs“ in den ehrenfeldstudios gezeigt.

Seit 2015 produziert und präsentiert sie Ihre eigenen Werke in verschiedenen Orten und Festivals in NRW. Özlem Alkis ist gemeinsam mit Tim Behren und Florian Patschovsky (Overhead Project), Marion Dieterle (DOSSIER 3-D-Poetry), Caroline Simon und Silke Z. (Silke Z./resistdance) Gründungsmitglied von ehrenfeldstudios e.V. und den Ehrenfeldstudios für Tanz in Köln (Eröffnung November 2015).



Das MichaelDouglas Kollektiv setzt sich aus 5 TanzkünstlerInnen zusammen, die gemeinsam Stücke kreieren und sich aktiv in den Diskurs der zeitgenössischen Kunstproduktion einbringen. Das Kollektiv erforscht fortwährend die Modi des Performativen und die komplexe Beziehung zwischen Publikum und Performern. Das Kollektiv versteht sich als einen Wissenskörper, den sich die Mitglieder in den letzten Jahren in kollektiven choreographischen Prozessen mit herausragenden KünstlerInnen angeeignet haben. Hierin besteht auch die nachhaltige und kontinuierliche Basis aus dem sich ihr Wissen speist und im Rahmen ihrer Projekte immerzu weiterentwickelt wird. Der Fokus des Kollektivs umfasst die Recherche zu kollaborativer Kunstproduktion und die Entwicklung kollektiver Kreationsmethoden im Performancekontext.
Mittels einer selbstständigen und verantwortlichen Struktur stellt sich das Kollektiv den Herausforderungen seiner künstlerischen Entscheidungen, wie etwa als nicht hierarchische Struktur zu arbeiten, dem Reduzieren der üblichen zeitlichen Parameter für künstlerische Prozessentfaltung (One Week Stand) und das Vorantreiben eines Dialogs und fördernden Austauschs mit anderen Schnittstellen zur Kunst (Architektur, Konfliktlösung etc.).

Text: MD Kollektiv