Das Museum der Fotografie: Eine Revision |
Museum Ludwig, Köln


Seit Jahrzehnten geistert ein Phantom durch Feuilletons und Podiumsdiskussionen: das Museum der Fotografie. Man brauche es, sagen die Befürworter. „Wirklich?“ erwidern die Gegner. Der Sammler Erich Stenger (1878–1958) betrachtete Fotografien nie als Kunst, sondern als Belege einer Technik. Seine Vision ihrer Präsentation war aber eine museale: Schon früh plädierte er für ein Museum der Fotografie, für das er systematisch sammelte und einen detaillierten Ordnungsplan entwarf.


Stengers Samm­lung um­fasste un­ter an­derem Land­schafts­fo­to­gra­fien des 19. Jahrhun­derts, Por­traits, Flieger­fo­to­gra­fien aus dem Er­sten Weltkrieg, als Sch­muck­stücke einge­fasste Bild­nisse, preis­gekrönte Tier­bilder der er­sten Hälfte des 20. Jahrhun­derts, Karika­turen auf die Fo­to­gra­fie und etlich­es mehr. So wie Stenger als Na­tur­wis­sen­schaftler Dat­en sam­melte und in Ta­bellen oder Di­a­gramme übertrug, so sortierte es auch alles, was mit Fo­to­gra­fie zusam­men­hängt. Et­wa hun­dert An­wen­dungs­ge­bi­ete un­ter­schied er: von der Ar­chitek­tur­fo­to­gra­fie zur Za­u­ber­fo­to­gra­fie. Sein Mu­se­um sollte eine En­zyk­lopädie der Fo­to­gra­fie wer­den – da war er ganz ein Mann des 19. Jahrhun­derts. Gezeigt hat er seine Samm­lung in den großen Fo­toausstel­lun­gen sein­er Zeit, auch auf der „Pres­sa“ in Köln 1928.


Heute ist die­s­es „Mu­se­um im Mu­se­um“ Teil der Samm­lung Ag­fa und damit ein wichtiger Be­s­tand der Fo­to­gra­fischen Samm­lung des Mu­se­um Lud­wig, eines Kun­st­mu­se­ums al­so.


Allgemeine Informationen: www.museum-ludwig.de