Jonathan Binet | Raphaela Vogel | Bonner Kunstverein


Jonathan Binet


Mit seiner ersten institutionellen Einzelausstellung in Deutschland zeigt der französische Künstler Jonathan Binet (*1984 in St. Priest/F, lebt und arbeitet in Paris) eine Reihe von neuen Arbeiten, die speziell für die Räume des Bonner Kunstvereins konzipiert wurden.


Jonathan Binet, Installationsansicht, Kunst Halle Sankt Gallen, 2015 | Courtesy der Künstler und Gaudel de Stampa, Paris | Photo: Gunnar Meyer, Kunst Halle St. Gallen


Das Werk von Binet konzentriert sich auf die Malerei. In der Tradition des „Shaped Canvas“ stehend (ab 1960 durch Frank Stellas Arbeit geprägt), können seine Leinwände unterschiedliche Gestalt annehmen. Mit einem oder mehreren monochromen Stoffen bespannt, werden sie äußerst sparsam bemalt; es können Linien, Kreise oder einfache Zeichen sein, die Binet mit einer Geste auf die Oberfläche sprüht, zeichnet oder pinselt. Wie das Knochengerüst und die Haut eines Körpers, bestimmen der Keilrahmen die Form der Leinwand und der Stoff die Qualität der Umhüllung. Das Besondere in seinem Werk liegt in der Wahrnehmung der Malerei als „integratives Objekt“. Der Prozess der Integration – die Einbeziehung in ein größeres Ganzes – findet bei der Installation im Raum statt.


Die neue Serie von Malereien, die Binet für die Räume des Bonner Kunstvereins konzipiert hat, basiert auf Leinwänden der gleichen Form. Über die Anpassung der Arbeit an den Raum hinaus nutzt er das Prinzip der Wiederholung, um ein visuelles Spiel von Echos, Verwirrungen und Verschiebungen der Realität entstehen zu lassen.


Jonathan Binet hat unter anderem in der Kunst Halle Sankt Gallen (2015), Centre d’Art Neuchâtel (2014), Palais de Tokyo, Paris (2012), und im CAPC in Bordeaux (2012) ausgestellt.

 


Raphaela Vogel

Raphaela und der große Kunstverein


Raphaela Vogel (*1988 in Nürnberg, lebt und arbeitet in Amsterdam), die 2014 ihr Studium an der Städelschule in Frankfurt a. M. abschloss, erhält mit dieser Einladung ihre erste große institutionelle Einzelausstellung.


Raphaela Vogel, Installationsansicht 2014 | MMK Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main | Courtesy die Künstlerin | Foto: Axel Schneider


Ihre Arbeit ist im Spannungsfeld zwischen Skulptur, Videoinstallation und Performance angesiedelt. Sie zeichnet sich durch eine intensive Untersuchung der Beziehung vom Körper zum Raum aus, die in enger Verbindung mit einer eigenen Anwendung der digitalen Technologien (wie z.B. Beamer, Scanner, Drohnen, Action-Camera) steht. Die Videos, die in ihren Arbeiten eine zentrale Position einnehmen, stellen sich aus gefilmten Aktionen, in welchen Vogel meist selbst als handelnde Figur auftritt, aus Dokumentationen ihrer eigenen Installationen sowie aus Collagen ihres Bilderfundus zusammen. Sie werden dann in ihre skulpturalen Konstruktionen einbezogen, in denen Raum, Raumdekor und das Körperliche zu einer organisch verwebten Struktur verschmelzen.


Für ihre Ausstellung im Bonner Kunstverein hat Raphaela Vogel eine neue Videoinstallation konzipiert, die sich wie das Gerippe eines Dinosauriers im Raum ausbreitet. In eine Struktur aus Metallstangen hat sie Leinwände aus verschiedenen Materialien eingebaut. Aus den projizierten Videos, die rhythmische Sequenzen von älteren und neuen Aufnahmen kombinieren, entsteht eine nicht-lineare Narration, in welcher man sich durch Zeit und Raum hin und her bewegt.


Raphaela Vogel hat bei Gruppenausstellungen im Kunstverein Wiesbaden, MMK, Frankfurt, und Neues Museum Nürnberg ausgestellt. Sie ist Preisträgerin des DeAteliers Stipendiums, Amsterdam 2014.


Allgemeine Informationen: www.bonner-kunstverein.de