CARITAS – Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart | Diözesanmuseum Paderborn


Warum setzen sich Menschen seit Jahrhunderten für andere ein? Was motiviert sie? Wie wurde Nächstenliebe zu unterschiedlichen Zeiten begründet und gelebt? Die neue große kunst-und kulturhistorische Ausstellung im Diözesanmuseum Paderborn nimmt vom 23. Juli bis 13. Dezember 2015 erstmals die Geschichte der tätigen Nächstenliebe in den Blick und zeigt, wie sie sich in Kunst und Kultur der verschiedenen Epochen auf jeweils eigene Weise dargestellt hat. Der Schwerpunk der Schau liegt auf der christlichen Nächstenliebe, der Caritas, einer Haltung, die in ihrer kompromisslosen Hinwendung zum Mitmenschen in den Anfängen geradezu revolutionär war.


Vanessa Beecroft, "Weiße Madonna mit Zwillingen", aus der Sudan-Serie 2006


Für „CARITAS – Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart“ kommen hochkarätige Exponate aus bedeutenden Museen und Sammlungen aus ganz Europa und den U.S.A. nach Paderborn, darunter solche aus der Pinacoteca Vaticana, der Chester BeattyLibrary in Dublin oder dem Metropolitan Museum in New York. Antike Sarkophage, Wandmalereien aus römischen Katakomben und mittelalterliche Schatzkunst sowie Gemälde und Zeichnungen namhafter Künstler – etwa Raffael, Lucas Cranach d.Ä., Eugène Delacroix, Ferdinand Hodler, Ernst Ludwig Kirchner und Käthe Kollwitz – erzählen von den unterschiedlichen Vorstellungen, Motivationen und Formen helfender Zuwendung durch die Jahrhunderte. Werkgruppen zeitgenössischer Künstler, etwa von Bill Viola, der mit einer Video-Installation in der Ausstellung vertreten ist, vermitteln das Thema in die Gegenwart.


Pyxis mit Darstellungen der Wundersamen Brotvermehrung 6. Jh., New York, The Metropolitan Museum of Art, Geschenk von J. Pierpont Morgan, 1917, Inv.Nr. 17.190.34 © bpk/The Metropolitan Museum of Art


In der Ausstellung begegnen die Besucher charismatischen Persönlichkeiten mit Herz, wie dem heiligen Martin, der heiligen Elisabeth, dem heiligen Franz von Assisi oder Nikolaus von Kues. Die herausragende Bedeutung der Nächstenliebe als Gegenstand der Kunst verdeutlichen zentrale Bildmotive, wie die „Sieben Werke der Barmherzigkeit“, das Gleichnis vom „Barmherzigen Samariter“ und die Personifikation der Caritas als liebende Mutter mit ihren Kindern.


 Bill Viola, Observance 2002, Long Beach, Foto: Kira Perov


Die Ausstellung will jedoch nicht nur eine kulturhistorische Rückschau bieten, sondern auch zur Auseinandersetzung mit der Gegenwart anregen. Sie setzt sich mit der Frage auseinander, wie heute in einer Zeit wirtschaftlicher Globalisierung, ungebremster Leistungssteigerung und zahlloser internationaler Krisenherde, die Vertreibung und Flucht mit sich bringen, Tugenden wie Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme und Barmherzigkeit überhaupt noch gedacht und gelebt werden können.




Pressemappe "CARITAS - Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart"