Eugen Gomringer & | Kunstverein Bielefeld


Anlässlich des 90. Geburtstags von Eugen Gomringer und vor dem Hintergrund seines Lebenswerks hat der Bielefelder Kunstverein unter dem Titel „Eugen Gomringer &“ eine erweiterte Einzelausstellung mit dem international bedeutenden Künstler realisiert. Gomringer gilt als „Vater der Konkreten Poesie“. 


Eugen Gomringer, do you think, 2005, Siebdruck auf Leinen, 120 x 95 cm | Courtesy des Künstlers


Sein erstes Buch „konstellationen“ (1953), verfasst in vier Sprachen, und sein Essay „vom vers zur konstellation“ sind die Gründungsfundamente. Als Mitherausgeber der „Spirale. Internationale Zeitschrift für Konkrete Kunst und Gestaltung“ (ab 1953, mit Dieter Roth und Marcel Wyss) hat Gomringer jenem künstlerischen Feld seit den frühen 1950er Jahren international den Weg bereitet.


Kenneth Goldsmith und John Ashbery, If You Think, aus der Serie „Jeanne Moreau“, 2015, Visualisierung: Handgetufteter Teppich aus Schurwolle, 200 x 160 cm, Produziert von JAB ANSTOETZ Flooring | Courtesy BravinLee editions, New York


Blickt man sowohl auf das aktuelle Interesse an Poesie und Sprache in der zeitgenössischen Kunst als auch auf die gesteigerte Bedeutung des geschriebenen Wortes in Kurznachrichten und digitalen Kommunikationsnetzwerken, erscheint die Auseinandersetzung mit der historischen Entwicklung der visuellen Poesie und der Person Gomringers unerlässlich.


Ann Cotton, Glossar zur Konkreten Poesie (Recherche), 2015, Textcollage, Scan | Courtesy der Künstlerin


Ausgehend von seinem Werk thematisiert die Ausstellung in Zusammenarbeit mit zeitgenössischen KünstlerInnen sowie LyrikerInnen die Aktualität von Sprache und Text im künstlerischen Schaffen beziehungsweise in den Darstellungsformen gegenwärtiger Poesie. Dabei spielen das Wort als visuell-grafisches und phonetisches Gestaltungselement, seine (Im-)Materialität und Medialität sowie poetische Konstellationen von Sprachelementen eine wesentliche Rolle. Die Ausstellung „Eugen Gomringer &“ nimmt keine literatur- oder kunsthistorische Einordnung vor, sondern setzt Gomringers Werkansatz und konzeptuelle Arbeiten in einen zukunftsweisenden Dialog mit der Gegenwart.


Nils Menrad, A Gomringer Z, 2013-2014 (Screenshot), Online-Projekt | Courtesy des Künstlers


Allgemeine Informationen: www.bielefelder-kunstverein.de