Para/Fotografie | Westfälischer Kunstverein Münster


Mit „Para/Fotografie“ widmet der Westfälische Kunstverein den „Rändern der Fotografie“ eine Ausstellung mit Werken des Österreichers Michael Part und des US-Amerikaners Artie Vierkant. Beide Künstler nutzen das Medium der Fotografie nicht als bloßes Vehikel zu einer naturgetreuen Abbildung sondern vielmehr als Experimentierfeld für höchst intelligente Feldforschung:


Zur Auslotung von formalen Restriktionen durch Physik und Chemie, im Spannungsfeld zwischen Abstraktion und Abbild oder zur Statusabfrage ihres Dokumentationszweckes im digitalen Zeitalter, in dem uns ein Großteil von Kunstwerken virtuell und durch das Medium der Ausstellungsfotografie begegnet. Eine Konfrontation dieser beiden von der Fotografie inspirierten und doch so gegensätzlichen Positionen soll zum Nachdenken über die historischen und zukünftigen Aufgaben von Fotografie anregen und gerade ihre Technologiegebundenheit als Schlüssel zu einem besseren Verständnis dieser Entwicklungen und ihrer gesellschaftlichen Folgen anbieten.


Artie Vierkant Image Object, 2011-andauernd UV-Drucke auf Dibond (bearbeitete Dokumentationsfotos)


Michael Part (*1979) konzentriert sich auf die Anfänge und chemischen Hintergründe der Fotografie, indem er mit nach alten Rezepten selbst erstellten Entwicklerlösungen experimentiert und somit innerhalb einer mittlerweile hochtechnologischen Disziplin Raum für Alchemie und Zufall schafft. In Münster wird der Künstler Lichteinfallstudien zeigen und eine Art Fotogramm produzieren, welches über die Dauer der Ausstellung im Raum belichtet wird. Im Westfälischen Kunstverein werden sich die Arbeiten von Michael Part und Artie Vierkant – getrennt von einer Stellwand – streng auf die beiden Raumhälften im Ausstellungsraum verteilen.


Artie Vierkant (*1986) hingegen hat sich der Zukunft der Fotografie verschrieben und fragt nach deren Potential und Eigenwert in einer schnelllebigen und globalen Kunstwelt, die das Erleben von Ausstellungen zunehmend in die virtuelle Sphäre drängt. Der Künstler produziert für den Westfälischen Kunstverein u.a. eine neue Arbeit für eines der bodentiefen Fenster im Foyer und wird durch die Motivik mit der Durchlässigkeit und Transparenz der Fenster spielen, die sich wiederum rückbeziehen lässt auf die bildschirmbasierten Erfahrungswelten, mit denen Vierkant sich beschäftigt.


Allgemeine Informationen: www.westfaelischer-kunstverein.de