Paul Schneider-Esleben. Architekt | Architekturmuseum der TU München


Anlässlich des hundertsten Geburtstages des Architekten Paul Schneider-Esleben widmet das Architekturmuseum der TU München ihm die erste Retrospektive aus dem umfangreichen Nachlass, der 2006 vom Museum aufgenommen wurde. Die Ausstellung zeigt das Werk eines vielseitigen Architekten, der ein außerordentlich begabter Zeichner und Designer war und auch Möbel und Schmuck entwarf.


Paul Schneider-Esleben (1915–2005) zählt zu jenen Architekten, die mit ihren Bauten die Nachkriegsmoderne, das Bauen von Megaprojekten in Beton, die High-Tech-Architektur und das Weiterbauen im Bestand beeinflusst haben. Mit dem Mannesmann-Hochhaus in Düsseldorf (1954–1958) baut er den ersten Stahlskelettbau mit Vorhangfassade in Deutschland. Schneider-Esleben zeigt sich in seiner technischen und konzeptuellen Ausrichtung als innovativ: Die Rolandschule in Düsseldorf (1957–1961) betrachtet er als pädagogisches Reformprojekt, in das er Avantgardekünstler der Gruppe ZERO und Joseph Beuys einbindet, für den Flughafen Köln-Bonn (1962–1971) entwickelt er ein Verkehrskonzept, das ihn zum Berater von Flughafenprojekten weltweit werden ließ. Wenn auch die meisten der von ihm entworfenen Gebäude genutzt werden – wie das Mannesmann-Hochhaus als Sitz des NRW-Wirtschaftsministeriums, so wirft etwa der Abriss der ehemaligen ARAG-Hauptverwaltung in Düsseldorf auch ein Licht auf die anhaltende Debatte um den Denkmalwert der Nachkriegsmoderne. Das Foto zeigt eine Innenaufnahme des Mannesmann-Hochhauses in Düsseldorf.


Mannesmann-Hochhaus Düsseldorf | Foto: Margret Hoppe


Der Katalog zur Ausstellung mit zahlreichen Illustrationen und Aufsätzen erschien im Juli 2015 im Hatje Cantz-Verlag.


Allgemeine Informationen: www.architekturmuseum.de