Weltkunst – Von Buddha bis Picasso | Von der Heydt-Museum Wuppertal


Der deutsch-schweizerische Bankier Eduard Freiherr von der Heydt (1882-1964) zählt zu den bedeutendsten Sammlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Mit einem feinen Gespür für Qualität trug er eine Kunstsammlung von Weltrang zusammen. Neben herausragenden Meisterwerken der europäischen Kunst von den alten Niederländern, über die Impressionisten und Expressionisten bis hin zu Picasso faszinierten ihn die Zeugnisse außereuropäischer Kunst und Kultur aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien.


Paul Cézanne, Weiblicher Akt, um 1886/1890 | Copyright: Von der Heydt-Museum Wuppertal


Entscheidend für Eduard von der Heydt war die ästhetische Wirkungskraft der Kunstgegenstände. Geleitet vom Gedanken einer Weltkunst, einer universalen Betrachtungsweise der Kunst, präsentierte er Bilder von van Gogh, Munch, Picasso und Gauguin zusammen mit Buddhaköpfen aus China und Kambodscha, mittelalterliche und expressionistische Skulpturen neben Kultfiguren aus Papua-Neuguinea und dem Kongo.


Buddha Vairocana, China, Ming-Dynastie, 16./17. Jh. | Copyright: Museum Rietberg Zürich


Die Ausstellung folgt den Lebensstationen Eduard von der Heydts: von (Wuppertal-)Elberfeld, wo sein Vater, der Bankier August Freiherr von der Heydt, 1902 das Elberfelder (heutige Von der Heydt-) Museum mit gegründet hatte, nach Amsterdam, wo er sein erstes Privatmuseum eröffnete; weiter nach Zandvoort, wo er Kunst in seinem Haus am Meer präsentierte; dann nach Berlin, wo er als Vorsitzender der Freunde der Neuen Nationalgalerie und in seiner Villa in Berlin-Wannsee eine sehr moderne Ausrichtung pflegte; und schließlich nach Ascona, wo er für seine Kunstwerke ein großzügiges Domizil auf dem legendären Monte Verità, dem "Berg der Wahrheit", schuf und  sich mit illustrer Gesellschaft umgab.


Eduard von der Heydt als „Buddha vom Monte Verità“, um 1930 | Copyright: privat


Die Ausstellung führt die bedeutendsten Werke seiner Sammlungen wieder zusammen und lässt das weltoffene Flair eines Sammlerlebens wiedererwachen. Sie beleuchtet aber auch die Schattenseiten der Biographie von Eduard von der Heydt: 1937 Schweizer Staatsbürger geworden, war er in Finanzgeschäfte für den deutschen militärischen Nachrichtendienst während des Zweiten Weltkriegs verwickelt. 1948 wurde er deshalb vor ein Schweizerisches Militärgericht gestellt, in dem Prozess jedoch freigesprochen.


Allgemeine Informationen: www.von-der-heydt-museum.de