Weltvermesser – Das Goldene Zeitalter der Kartographie | Weserrenaissance-Museum Schloss Brake Lemgo


Die Ausstellung im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in Lemgo gibt einen Überblick über die europäische Kartographie des 16. bis 18. Jahrhunderts. Im Zentrum steht die Herausbildung des neuzeitlichen Weltbildes, das sich vor dem Hintergrund neuer geographischer Entdeckungen und astronomischer Erkenntnisse entwickelte.



Der Titel spielt auf die wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden an, die auch als Goldenes Zeitalter bezeichnet wird. Karten dienten der Orientierung, beförderten den Handel und waren zugleich künstlerische Arbeiten. Antwerpen und Amsterdam waren mehr als 100 Jahre lang Zentren der europäischen Kartenproduktion. Im 18. Jahrhundert verschob sich der Schwerpunkt nach Paris. Im deutschen Sprachraum entstanden in Nürnberg und Augsburg bedeutende Kartenverlage.


    


Die Ausstellung startet mit einem Überblick über das antike und mittelalterliche Weltbild. Abteilungen wie „Zu neuen Ufern“, „Neue Länder – neue Karten“ oder „Spiegel der Seefahrt“ skizzieren das im 15. Jahrhundert einsetzende Zeitalter der Entdeckungen. Die Erde ist rund und der formatierten Erde widmen sich Globen und Atlanten. Diese Buchgattung wurde 1570 von Abraham Ortelius erfunden und 1595 von Gerhard Mercator zuerst als Atlas bezeichnet. Auch das Kartenmachen mit den Arbeitsschritten Vermessen, Zeichnen und Drucken ist in der Ausstellung erlebbar.



Die Abteilungen „Zu den Sternen“ oder „Nachgemessen“ führen neue astronomische Erkenntnisse und immer präziser werdende Vermessungsmethoden vor Augen. Karten als Herrschaftsdokumente, Themen- und Straßenkarten sowie Stadtansichten vervollständigen die Ausstellung. Bilder in Karten und Karten in Bildern greifen schließlich den Facettenreichtum der Kartographie der Frühen Neuzeit auf: Sie sind zugleich Wissenschaft und Kunst.



Zu den Glanzlichtern der Ausstellung gehören die Zeitzer Weltkarte (1470), Erhard Etzlaubs Straßenkarte (1501), Albrecht Dürers Himmelskarten (1515), Martin Waldseemüllers Globussegmente (um 1515), die Portolankarte des Vesconte Maggiolo (1541), Christoph Schisslers Sonnenquadrant (1566), Globenpaare von Willem J. Blaeu (um 1645) und Guillaume Delisle (1700) sowie Gemälde von Willem Buytewech (1617/20), Pieter de Ring (1650) und Michiel van Musscher (1671).


Ausstellungstrailer

Allgemeine Informationen: www.weltvermesser.de