ZERO |
Martin-Gropius-Bau Berlin


Am 17. Juli 2014 verstarb mit Otto Piene einer der Mitbegründer der Künstlergruppe ZERO. Die internationale Kunstbewegung der 50er und 60er Jahre proklamierte den neuen Idealismus einer optimistischen weltweiten Kunst, geprägt durch lichtvolle Monochromie. Anstatt die politischen Verhältnisse zu beklagen, strebten die Künstler einen Wechsel an, jedoch keinen revolutionären: Einen Wechsel, der durch Ästhetisierung und Sensitivierung geprägt war. ZERO war die Kundgebung einer Gruppe, die mit Zuversicht durch einen gemeinsamen „künstlerischen Willen“ diesem Idealismus zustrebte.


Die Mitglieder erzeugten mit lichtkinetischen Objekten, die mit ihrem Licht und ihrer Kinetik in den Raum greifen und diesen mit einbeziehen, eine neue puristische Ästhetik, die in der Erscheinung zwischen Bild und Skulptur anzusiedeln ist. Die Idee eines absoluten Neubeginns der Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg fand viele begeisterte Anhänger. Eine neu gewonnene Freiheit im Hinblick auf Materialien führte dazu, dass die Themen Licht, Raum, Bewegung, Reflexion, Vibration, Struktur und Farbe heterogene Formen annahmen. Die Ausstellung zeigt wie Licht in Medien wie Malerei, kinetischer Kunst, Installationen, Performances, Filmen und Publikationen eingesetzt wurde.


Über 50 Jahre nach Gründung der ZERO-Bewegung widmet sich die Ausstellung sowohl den ersten Gründungskünstlern Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker, den ZERO nahestehenden internationalen Künstlern wie Yves Klein und Lucio Fontana, als auch den in Vergessenheit geratenen Künstlern wie Hermann Goepfert, Oskar Holweck oder Hans Salentin. Die ausgewählten 40 Künstler, darunter 11 Positionen aus Deutschland, verbindet der formale und konzeptionelle Bezug zu den Ideen der ZERO-Gründer. Zum ersten Mal werden in großem Umfang Hauptwerke der internationalen Bewegung von 1957 bis 1967 zusammen gezeigt. Gleichzeitig präsentiert die ZERO Foundation in Berlin mit rund 200 Werken die bisher umfassendste ZERO-Ausstellung seit Bestehen der Bewegung.


Allgemeine Informationen: www.berlinerfestspiele.de