Echtzeit. Die Kunst der Langsamkeit | Kunstmuseum Bonn


 

Mit der Ausstellung HEIMsuchung – Unsichere Räume in der Kunst der Gegenwart (2013) führte das Kunstmuseum Bonn vor, wie die Kunst den Raum als existenzielle Koordinate unseres Daseins interpretiert. Diese substanzielle und existenzbildende Bedeutung weist das Museum nun in der Ausstellung EchtZEIT auch für die Erfahrung der Zeit nach, mit Werken von mehr als 30 internationalen Künstlern und Künstlerinnen.



Horst Müller, Das Rendezvous / Zwei Werkstattuhren, 1985/2001, Foto: Horst Müller



EchtZEIT geht aus von der paradoxen Spannung zwischen Zeit und Zeitlichkeit,  zwischen normativem Anspruch der Zeit und ihrem davon divergierenden menschlichen Erleben. Dabei rückt die Ausstellung eine ästhetische Lesart der Zeit in den Mittelpunkt, die deutlich macht, wie gerade Repetition, Stillstand oder Dehnung der Zeit, also Aspekte, die im gesell­schaftlichen Kontext eher als problematisch, beziehungsweise negativ bewertet werden, eine produktive Kraft entfalten können.



Mark Formanek, Standard Time Rotterdam, 2009, © Mark Formanek



In einer Welt, die zunehmend von einer umfassenden Beschleunigung der technischen und sozialen Systeme geprägt ist, sucht die Ausstellung nach Entwürfen der Langsamkeit, und liefert mit seinen ästhetischen Manifestationen, in denen Zeit zerlegt, seziert, wiederholt und zum Stillstand gebracht wird, Gegenentwürfe zu einer scheinbar nur noch von Atem­losigkeit bestimmten Gegenwart des Zeitlichen.



Michael Wesely, Potsdamer Platz, Berlin (27.3.1997 - 13.12.1998), © Michael Wesely



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Ausstellungsdauer:
9. Juni bis 4. September 2016
Ort:
Kunstmuseum Bonn
Museumsmeile
Friedrich-Ebert-Allee 2
53113 Bonn