Mies van der Rohe. Die Collagen aus dem MoMA | Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen


 

Ludwig Mies van der Rohe (1886–1969), einer der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts, schuf zwischen 1910 und 1965 eine Vielzahl von Collagen und Fotomontagen, die auf faszinierende Weise die Gestaltungsprinzipien seiner Architektur verdeutlichen. Diese meist großformatigen Arbeiten sind weit mehr als skizzenhafte Begleiter des architektonischen Entstehungsprozesses: Sie sind eigenständige Kunstwerke.


 


Ludwig Mies van der Rohe, Project for Concert Hall, 1942. © The Museum of Modern Art, New York/Scala, Florence / VG Bild-Kunst, Bonn, 2016



Kaum eine bildnerische Technik reflektiert die ästhetischen Prinzipien, den Zeitgeist und das Lebensgefühl der Moderne wie die der Collage bzw. Montage. Der durch Krieg, Revolution und Industrialisierung geprägte Erfahrungs- und Wahrnehmungswandel schlägt sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts gleichermaßen in Zeitungen und Magazinen, in den bildenden und darstellenden Künsten nieder. Schon früh kamen Collage und Fotomontage auch in der Architektur zur Anwendung. Unter dem Einfluss von Dada, Konstruktivismus und De Stijl nutzte Mies van der Rohe wie kaum ein anderer Architekt diese neuen Bildtechniken, um seine künstlerischen Ideen zum Neuen Bauen in Wettbewerben, Ausstellungen und Zeitschriften zu visualisieren.

 

 

 

Ludwig Mies van der Rohe, Resor House, 1937-1941 (unbuilt), © The Museum of Modern Art, New York/Scala, Florence / VG Bild-Kunst, Bonn, 2016

 

 


Die enge Verbindung zu den damaligen zeitgenössischen Künstlern dient als Legitimation dafür, Mies‘ Fotomontagen und Collagen ausgewählten Werken von sechs heutigen zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern gegenüberzustellen, die sich über viele Jahre hinweg intensiv mit dem Schaffen des Architekten auseinandergesetzt haben. Diese Arbeiten,z.B. von Thomas Ruff, Mischa Kuball oder Julia Weißenberg, können dazu beitragen, Mies neu zu sehen und seine vermeintlich bekannte Architektur zu reflektieren.

 

 

 

Thomas Ruff, h.t.b. 10, 2000, Chromogener Farbabzug, 130 x 190 cm, courtesy the artist

 



Allgemeine Informationen:  Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen 


Dauer der Ausstellung:
28.10.2016-12.02.2017