Auf dem Weg zur Avantgarde – Die Künstlergruppe JUNGER WESTEN | Kunsthalle Recklinghausen


Die mit Leidenschaft aber auch großer Polemik geführte Diskussion, wie sich die zeitgenössische Kunst nach Diktatur und Krieg in den Aufbau einer demokratischen Gesellschaft einbinden ließ, bestimmte auch die Gründungsphase der Künstleruppe junger westen. 

Die Ausstellung zeichnet den Weg der Künstlergruppe aus der bildnerischen Gegenständlichkeit in die Abstraktion nach: die Kunst als Spiegelbild einer Tabula-rasa-Situation, um sich zunächst zögerlich und dann mit starker Geste neue Ausdrucksformen zu erobern. In der Abstraktion fand der Freiheit fordernde Zeitgeist der Nachkriegsjahre sein bildnerisches Pendant – und gab der junge westen dem Lebensgefühl der Industrieregion an Rhein und Ruhr einen zeitgemäßen Ausdruck.


Katalog Junger Westen 1948



Der kulturelle Kahlschlag der NS-Diktatur, die Verwüstungen durch Krieg und Faschismus hatten eine Leere hinterlassen, die sich in Deutschland nur mit zeitlicher Verzögerung füllen ließ. Fotografien und schriftliche Dokumente, die Gründungsgeschichte der Ruhrfestspiele und der Kunsthalle, der europäische Gedanke, dem sich beide Häuser von Beginn an verschrieben, und die ersten Kontakte ins Ausland bilden die zeitgeschichtliche Folie. „Erlebnisräume“ aus dem Zusammenspiel von Bildender Kunst, Dokumentarfotografie, Textdokumenten und Veranstaltungen lassen die Geschichte des JUNGEN WESTEN, der Ruhrfestspiele und damit auch der Stadt Recklinghausen, die ihre 1000-jährige urkundliche Erwähnung 2017 feiert, anschaulich werden.



E. Schumacher, H. Siepmann, Th. Grochowiak, E. Hermanns in der Kunsthalle 1954



Jury zum Kunstpreis junger westen 1960



Ausstellungsansicht



Allgemeine Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.