Dieter Hülsmanns und Friedolin Reske: Ateliergespräche, Düsseldorf 1966


   Dieter Hülsmanns, Büro Fortunastraße, Düsseldorf, 1966 Foto: Manfred Leve © Nachlass Manfred Leve



Dieter Hülsmanns und Friedolin Reske: Ateliergespräche, Düsseldorf 1966

herausgegeben von Susanne Rennert

Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln

 

Hans Peter Alvermann, Joseph Beuys, Peter Brüning, Karl Fred Dahmen, Winfred Gaul, Bert Gerresheim, Bruno Goller, Karl Otto Götz, Günter Haese, Eila Hershon, Jochen Hiltmann, Gerhard Hoehme, Paul Isenrath, Horst Egon Kalinowski, Herbert Kaufmann, Konrad Klapheck, Hannelore Köhler, Konrad Lueg, Heinz Mack, Otto Piene, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Klaus Rinke, Bernard Schulze, Lea Steinwasser, Günther Uecker, Wolf Vostell und Friederich Werthmann

 


"Es ist ein seltenes Vergnügen, die Herausgabe eines Buches zu realisieren, das bereits vor über fünfzig Jahren kurz vor der Veröffentlichung stand und sich dabei 2018 genauso faszinierend, interessant und gegenwärtig präsentiert wie 1966. Viele der Porträtierten zählen heute zu den herausragenden Protagonisten der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Andere, wie Eila Hershon, wechselten ihr Medium oder sind heute nur mehr einem kleinen Kreis von Eingeweihten bekannt. Vor dem Hintergrund des prosperierenden Kunstmarkts und über fünfzig Jahre nach Entstehung dieser Texte werden damit auch Fragen nach den Parametern von Erfolg, Vergessen, Wiederentdecken zur Diskussion gestellt." (Susanne Rennert)


Einige Monate, bevor Dieter Hülsmanns (1940 Düsseldorf–1981 ebd.)  und Friedolin Reske (1936 Düsseldorf) die legendäre Eremiten-Presse als Verleger übernahmen, führten sie zahlreiche Interviews mit Künstlern und Künstlerinnen, die damals im Rheinland – speziell in Düsseldorf – lebten und arbeiteten. Teile dieses Interview-Projekts, mit dem die Autoren zunächst ihren nahen Freundes- und Bekanntenkreis porträtierten und damit erstmals einen zusammenhängenden (ausschnitthaften) Überblick über die pulsierende, pluralistische Szene gewährten, wurden 1966 in der Rheinischen Post und in den Aachener Nachrichten meist allein unter Hülsmanns´ Namen publiziert. Bereits 1966 planten Hülsmanns und Reske gemeinsam mit dem einflussreichen Ex-Galeristen Jean-Pierre Wilhelm alle Texte in einem Buch zu veröffentlichen. Das Projekt, das einen sehr unmittelbaren, dichten Einblick in künstlerisches Denken und die Produktion verschiedener Generationen gibt, wurde aber nicht realisiert.


Die von Susanne Rennert bearbeitete und herausgegebene Publikation versammelt nun alle 28 der im Archiv Reske erhaltenen historischen Texte in einem Band. Sie werden ergänzt durch Faksimiles der Zeitungsartikel und Porträtfotos aus der Zeit um 1966 – aufgenommen von bekannten Vertretern künstlerischer Fotografie im Rheinland (Manfred Leve, Maren Heyne, Reiner Ruthenbeck u.a.)

Im Vorfeld der gesellschaftlichen und politischen Auf- und Umbrüche um 1968 markiert 1966 gewissermaßen das Jahr der Latenz. Die Ateliergespräche werfen so Schlaglichter auf einzelne Protagonisten der Szene, bevor das Feld sich – international und interdisziplinär – erweitert und politisiert. Einige der Ateliergespräche (z.B. von Peter Brüning, Sigmar Polke und Gerhard Richter) wurden in der Vergangenheit bereits zitiert und zählen hier für die Forschung zu den besonders relevanten Quellen.



Das Projekt wurde gefördert von der Kunststiftung NRW.



Friedolin Reske, Büro Fortunastraße, Düsseldorf, 1966 Foto: Manfred Leve © Nachlass Manfred Leve