Robert Brambora und Stefani Glauber,
Bonner Kunstverein


Robert Brambora, 9 to 5 (1), 2018, Goauche auf Holz, Kupfer. Foto: Thomas Krüger



Der Bonner Kunstverein zeigt zwei Einzelausstellungen von Robert Brambora und Stefani Glauber, die 2018 mit dem Peter Mertes Stipendium ausgezeichnet wurden.



Mittels traditioneller Techniken und Materialien, wie Malerei und Keramik, reflektiert Robert Brambora die Gegebenheiten eines fortschreitenden, neoliberalen Gesellschaftssystems und seine Auswirkungen auf das Individuum. In Bramboras großformatigen Textcollagen verschmelzen Fragmente aus wissenschaftlichen Texten zum Thema Wohnungsmarkt, Immobilienspekulation und Bodenpreisermittlung mit persönlichen Kommentaren aus Online-Foren zu einem komplexen Bildraum. Die Reihe silhouettenhafter und anonymer Kopfdarstellungen gibt hingegen den Blick auf surreale Landschaften frei, die sich einer genauen zeitlichen und räumlichen Kontextualisierung entziehen. Begleitet werden beide Serien von einer Installation – ein Verweis auf den privaten Wohnraum einer zerrissenen Existenzform.


Robert Brambora (geb. 1984, Halle) schloss sein Studium 2015 an der Kunstakademie Düsseldorf (Klasse Rebecca Warren) ab. Seine Arbeiten wurden im Neuer Essener Kunstverein (2018) und Kunstverein Wiesen (2016) gezeigt. Er lebt und arbeitet in Berlin und Köln.



Stefani Glauber: components of an electronic nose, Zeichnung, 2019.



Stefani Glaubers Ausstellung setzt ihr anhaltendes Interesse an Übertragungsprozessen von analogen in digitale Bereiche fort. Ihre ortsspezifische Installation beruht auf Überlegungen zur 'Elektronischen Nase', einem technischen System zur Messung von Geruchsmolekülen. Indem Glauber den absurden Wunsch formuliert, einen Duftspiegel – ein Objekt, das in Echtzeit so riecht wie sie – zu erstellen, provoziert sie Gedanken über die Potentiale sowie Gefahren, die mit der digitalen Reproduzierbarkeit und Archivierung des menschlichen Geruchs(sinns) einhergehen. Gleichzeitig berührt Glauber mit ihrer Installation aus Recherchematerial, großformatigen Zeichnungen und Objekten die vielschichtigen sozialen und kulturellen Implikationen von Geruch.


Stefani Glauber (geb. 1991, München) schloss ihr Studium 2018 an der Kunsthochschule für Medien Köln mit Auszeichnung ab. Ihre Arbeiten wurden im Hartware MedienKunstVerein, Dortmund, in der Kunsthalle Düsseldorf (2018) und Bundeskunsthalle, Bonn (2017) ausgestellt. Sie lebt und arbeitet in Köln.



Das Peter Mertes Stipendium ist seit seiner erstmaligen Auslobung 1985 eine der renommiertesten Auszeichnungen für junge Künstler*innen im Rheinland. Über den Zeitraum eines Jahres erhielten beiden Stipendiaten jeweils 6.000 €. Das Stipendium wird großzügig gefördert von der Peter Mertes Weinkellerei.


Beide Ausstellungen werden zusätzlich von der Kunststiftung NRW unterstützt.


Text: Bonner Kunstverein



Ausstellungsdauer


Peter Mertes Stipendium 2018: Robert Brambora, Stefani Glauber

4. Mai bis 9. Juni 2019


Bonner Kunstverein

Hochstadenring 22

53119 Bonn


Gespräche und Veranstaltungen:

19. Mai 2019 um 14 Uhr: Künstler*innenführung mit Robert Brambora und Stefani Glauber
8. Juni 2019 um 12 Uhr: Führung mit Susanne Mierzwiak, Kuratorin