ROSA, Curated Affairs Düsseldorf


Foto: Curated Affairs, Evamaria Schaller                       Foto: Curated Affairs, BBK, Drebusch, Egermann, Deutschland



Die Gruppenausstellung ROSA findet anlässlich des 100. Todesjahres Rosa Luxemburgs statt und zeigt, dass Luxemburgs Hoffnung auf eine gerechtere Gesellschaft noch immer aktuell und dringend ist. Ihr Gedankengut ist über 100 Jahre alt, doch in der heutigen politischen Zeit der wachsenden sozialen Ungerechtigkeit durch zunehmende kapitalistische Wirtschaft, durch das noch immerwährende Ringen um Gleichstellung der Geschlechter und durch die sich ausbreitende Fremdenfeindlichkeit gegenwärtiger denn je. Die Ausstellung interpretiert das Lebenswerkes Rosa Luxemburgs frei: "Sie profitiert und lebt von der Idee der politisch engagierten Kunst und greift die Schnittstelle zwischen zeitgenössischer Kunst und politischer Bildung auf ... sie reflektiert heutige Lebens- und Arbeitsbedingungen, Demokratie und Menschlichkeit” – so die Kuratorinnen, Kasia Lorenc und Angelika J. Trojnarski.


Paul Sochackis humorvoller malerischer Ausflug in die Welt der Tiere hinterfragt mithilfe visueller Metaphern pointiert die aktuellen gesellschaftspolitischen Verhältnisse. Jens Pechos textbasierte Arbeiten stellen die Konventionen des Sprechens und Handelns in Frage. Der Gewinner der Ausschreibung der Stadt Köln für ein NSU-Mahnmal in der Keupstraße, Ulf Aminde, beleuchtet nicht nur die Idee hinter diesem Ort der Begegnung, sondern auch die seit Jahren verfahrene Lage bei dessen Realisierung. Die Österreicherin und Wahlkölnerin Evamaria Schaller arbeitet in ihrer neuesten Fotoreihe "Becoming Native" ihr genetisches Erbe auf und zieht damit ein enges Konzept von Herkunft in Zweifel. Mit ihren feministischen Altarbildern entgegnet Magdalena Kita stereotypen Geschlechterrollen und gesellschaftlichen Machtstrukturen. In Anna Witts 2-kanaliger Videoinstallation verleiht die Künstlerin ihre Stimme einer Gruppe junger Menschen in Leipzig, um gemeinsam ein modernes Manifest zu entwickeln, die bestehenden sozialen Normen anzuzweifeln und abschließend in performative Interventionen zu übersetzen. Die Videoaufnahmen eines auf Musik und lauten Arbeitsgeräuschen basierten Konzertes der polnischen Künstlerin Zorka Wollny untersuchen politische Aspekte von Lärm und entdecken die Essenz der menschlichen Stimme für den Arbeitsplatz neu. Den Eröffnungsabend initiieren Vera Drebusch und Florian Egermann mit der Performance "Deutschland, mon amour"; diese manifestiert mit raumgreifenden Bild- und Textelementen eine ambivalente nationale Beziehung.


Die Ausstellung findet unter der Schirmherrschaft der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW e.V. und dank der finanziellen Unterstützung der Kunststiftung NRW statt.


Text: Curated Affairs



Foto: Curated Affairs, Ulf Aminde



Ausstellungsdauer:


ROSA, eine Ausstellung zum 100. Todesjahr Rosa Luxemburgs

22. Juni bis 31. Juli 2019


Curated Affairs

Ackerstr. 199

40233 Düsseldorf