Vom Leben in Industrielandschaften, Leopold-Hoesch-Museum, Düren


Carl Schütz, Das Lendersdorfer Walzwerk, 1838 © Leopold Hoesch Museum Papiermuseum Düren



Bernd und Hilla Becher, Joachim Brohm, Irmel Kamp, John Kelsey, Aglaia Konrad, Susanne Kriemann, Armin Linke, Jürgen Matschie, Angela Melitopoulos & Maurizio Lazzarato, Albert Renger-Patzsch, August Sander, Arne Schmitt, Carl Schütz, Ulrich Wüst


"Vom Leben in Industrielandschaften – Eine fotografische Bestandsaufnahme" ist der erste Teil eines zweiteiligen Ausstellungsprojekts, das sich mit künstlerischen Darstellungen von Industrielandschaften im ländlichen Raum auseinandersetzt. Welche Erfahrungen haben Menschen in Industrielandschaften? Welche Formen der Identifikation oder der Distanz, der Ideologisierung oder der Kritik prägen diese Ansichten? Welche Lebensräume werden beschrieben? Welche Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen sie?


Angefangen mit den Aufnahmen August Sanders und Albert Renger-Patzschs aus den 1920er- und 1930er-Jahren bis hin zu zeitgenössischen Positionen versammelt "Vom Leben in Industrielandschaften – Eine fotografische Bestandsaufnahme" Künstler*innen, die sehr unterschiedliche fotografische Herangehensweisen entwickelt haben, um die Lebensrealität von Industrielandschaften einzufangen, spezifische Raumerfahrungen und das jeweilige Verhältnis zwischen Mensch und Landschaft abzubilden.


Ausgangsmotiv des Ausstellungsprojekts ist das für die Sammlung des Leopold-Hoesch-Museums ikonische Gemälde "Das Lendersdorfer Walzwerk" von Carl Schütz aus dem Jahr 1838. Das Bild der Fabrik der Familie Hoesch in Düren-Lendersdorf ist ein typisches Beispiel für das ausgeprägte Selbstbewusstsein und die Art der Selbstdarstellung von Industriellenfamilien zur Zeit der frühen, hiesigen Industrialisierung. Bis heute ist die Landschaft um Düren, zwischen Garzweiler und den Stauseen der Eifel, durch ihre industrielle Nutzung geprägt. "Vom Leben in Industrielandschaften" ist eine Einladung, sich mit den eigenen Wahrnehmungen dieser Landschaft auseinanderzusetzen, mit den widersprüchlichen und komplexen Räumen, die sich zwischen Tagebau, Kraftwerken und Hochspannungsmasten, Papierfabriken, Zuckerrübenäckern und dem nahen Kernkraftwerk Tihange öffnen. Von diesen Überlegungen ausgehend werden die Beziehungen zu Industrielandschaften an anderen Orten der Welt, wie der Lausitz, den Alpen oder Fukushima in den Blick genommen.


"Vom Leben in Industrielandschaften" ist eine Kooperation mit dem Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst. Der zweite Teil des Projekts "Vom Leben in Industrielandschaften und ihrem Wandel" wird am Leopold-Hoesch-Museum in Düren ab Februar 2021 gezeigt.


Text: Leopold-Hoesch-Museum


Joachim Brohm, Bochum, 1983 © VG Bild Kunst Bonn 2019



Albert Renger-Patzsch, Zeche Victoria Mathias in Essen, 1931 (Gelatinesilberabzug 2001) © Archiv Ann und Jürgen Wilde, Zülpich; VG Bild-Kunst, Bonn, 2019 / Bestand: Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln



Ausstellung:


Vom Leben in Industrielandschaften – Eine fotografische Bestandsaufnahme

27. Oktober 2019 bis zum 16. Februar 2020


Leopold-Hoesch-Museum

Hoeschplatz 1

Düren