Nam June Paik Award 2018



2018 wird erneut der stiftungseigene Preis im Bereich Visuelle Kunst, der Nam June Paik Award verliehen. Die den Preis begleitende Ausstellung der im Zweijahres-Rhythmus verliehenen Auszeichnung wird jeweils in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kunstinstitutionen in Nordrhein-Westfalen ausgerichtet. Als Kooperationspartner für 2018 konnte der Westfälische Kunstverein in Münster gewonnen werden. Der Nam June Paik Award der Kunststiftung NRW ist mit 25.000 Euro dotiert und wird am 9. November vor Ort in Münster durch eine internationale Jury vergeben. 






Dr. Fritz Behrens, Sondra Perry. Foto/Photo: Joachim Busch.



Sondra Perry gewinnt den 9. Nam June Paik Award – Internationaler Medienkunstpreis der Kunststiftung NRW!



Der Nam June Paik Award wurde 2002 von der Kunststiftung NRW ins Leben gerufen und zeichnet
seitdem herausragende internationale Künstler*innen-Positionen aus, die im Sinne des Pioniers und wahren Avantgardisten Nam June Paik Wagnisse eingehen, kulturelle Grenzen überbrücken und transdisziplinär arbeiten. Mit 25.000 Euro Preisgeld dotiert, fokussiert der stiftungseigene Award die zeitbasierte Kontextualisierung von Medienkunst.


Eine internationale, hochkarätige Jury bestehend aus Karen Archey, Kuratorin für Gegenwartskunst und zeitbasierte Medien, Stedelijk Museum, Amsterdam; Mark Beasley, Kurator für Medienkunst und Performance, Hirshhorn Museum, Washington; Mélanie Bouteloup, Direktorin Bétonsalon – Center for Art and Research, Paris; Katerina Gregos, Freie Kuratorin und Autorin, Brüssel; sowie Krist Gruijthuijsen, Direktor KW Institute for Contemporary Art, Berlin, entschied im Westfälischen Kunstverein in Münster, dem Ausrichtungsort der Nam June Paik Award Preisausstellung 2018, über die Gewinnerin.



Die Jurybegründung:


„Perry stach insbesondere durch ihre vielschichtige Auseinandersetzung mit Subjektivität und technologischer Repräsentation durch 3DAnimation hervor. Ihre Videoinstallation „IT’S IN THE GAME ’17“ (2017) spinnt ein Narrativ, das auf dem Verhältnis zwischen ihr und ihrem Zwillingsbruder beruht – dessen Abbild wurde von EA Sports-Spiele unrechtmäßig für ein animiertes Basketballspiel verwendet. Perrys Bruder, ein ehemaliger unbezahlter Basketballspieler für die Georgia Southern University, begleitet sie auf einen Ausflug in das Metropolitan Museum. Hier besichtigen sie die ethnografische Sammlung, die sich an afrikanischen, nahöstlichen und südamerikanischen Kulturen bereicherte.
Perrys Arbeit thematisiert, wie schwarze Körper als öffentlicher Rohstoff ohne Entschädigung der betreffenden Personen angeeignet werden und stellt Fragen hinsichtlich der kommerziellen Ausbeutung des eigenen digitalen Abbilds durch Avatare. Sie kritisiert die Diskrepanz zwischen dem physischen Erleben und Verständnis kultureller Artefakte und ihrer digitalen Repräsentation. Indem Perry auf das ethnografische Museum und die Appropriation des Abbildes ihres Bruders durch ein Unternehmen verweist, spannt sie darüber hinaus einen Bogen zwischen den kolonialen und imperialistischen Wurzeln dieser Geschichte und ihren anhaltenden, gegenwärtigen Auswirkungen.


Überdies möchte die Jury den nominierten Künstler*innen Andreas Angelidakis (*1968, GR, lebt in Athen), Melanie Bonajo (*1978, NL, lebt in Amsterdam), Antoine Catala (*1974, F, lebt in New York) und Hanne Lippard (*1984, GB, Nationalität) zu der herausragenden Qualität ihrer Arbeiten gratulieren. Ihre hervorragenden Beiträge waren Gegenstand einer angeregten Diskussion unter den Jurymitgliedern. Sie wünschen ihnen für ihre zukünftigen Unternehmungen nur das Beste.“



V.l.n.r./F.l.t.r.: Dr. Fritz Behrens, Krist Gruijthuijsen, Mark Beasley, Dorothee Mosters, Sondra Perry, Antoine Catala, Hanne Lippard, Andreas Angelidakis. Foto/Photo: Joachim Busch.



Sondra Perry, Foto/Photo: Hubertus Huvermann



Sondra Perry (*1986, Perth Amboy, New Jersey) graduierte an der Columbia University, New York und studierte an der Skowhegan School of Painting and Sculpture in Madison, Maine. Zu ihren letzten
Einzelausstellungen zählen „Typhoon coming on“, Serpentine Sackler Gallery, London, 2018, „Eclogue for [in]HABITABILITY, Seattle Art Museum, 2017 und „Resident Evil“, The Kitchen, New York, 2016. Sie setzt sich in ihren Videoarbeiten, Skulpturen und Installationen kritisch mit dem Konstrukt von Blackness auseinander. Oftmals ausgehend von ihrer eigenen Erfahrung untersucht sie die Repräsentation, die Narrative und Vorstellungen von und über schwarz-amerikanische Identitäten und Lebenswelten. Hierbei gilt ihr besonderer Fokus dem Zusammenhang zwischen neuen Technologien und der Darstellung und Selbstvergewisserung von Identitäten darin.




Zu den Nominierten im Jahr 2018 zählen:



Nam June Paik Award – Internationaler Medienkunstpreis der Kunststiftung NRW v.l.n.r.: Andreas Angelidakis, Antoine Catala, Hanne Lippard und Sondra Perry (nicht abgebildet: Melanie Bonajo) Foto: Thorsten Arendt / Nam June Paik Award - International Media Art Award of the Arts Foundation of North Rhine-Westphalia from left to right: Andreas Angelidakis, Antoine Catala, Hanne Lippard and Sondra Perry (not in this picture: Melanie Bonajo) Photo: Thorsten Arendt.


Andreas Angelidakis (*1968, GR, lebt in Athen)


Melanie Bonajo (*1978, NL, lebt in Amsterdam)


Antoine Catala (*1975, F, lebt in New York)


Hanne Lippard (*1984, GB, Nationalität NO, lebt in Berlin) 


Sondra Perry (*1986, US, lebt in New York)




Andreas Angelidakis. DEMOS, a Soft Ruin. 2017. Installationsansicht documenta 14, Athen. Foto: Stathis Mamalakis. Courtesy The Breeder, Athen




Melanie Bonajo. Progress vs Regress. 2016. HD-Video, 52:55 min. Installationsansicht Frankfurter Kunstverein, 2017. Courtesy Akinci Gallery, Amsterdam. Foto: N. Miguletz




Antoine Catala. Jardin synthétique isolement. 2015. Installationsansicht Musée d’Art Contemporain de Lyon, 2015. Courtesy 47 Canal, New York und MAC Lyon. Foto: Blaise Adilon




Hanne Lippard. Flesh. 2017. Installationsansicht KW Institute for Contemporary Art, Berlin, 2017. Foto: Frank Sperling




Sondra Perry. Eclogue for [in]HABITABILITY. 2017. Installationsansicht Seattle Art Museum, 2017. Foto: Natali Wiseman. Courtesy Bridget Donahue, New York





Nam June Paik Award – Internationaler Medienkunstpreis der Kunststiftung NRW. Andreas Angelidakis, Melanie Bonajo, Antoine Catala, Hanne Lippard, Sondra Perry. 10. November 2018–3. Februar 2019. Installationsansicht Westfälischer Kunstverein. Foto: Thorsten Arendt.



Nam June Paik Award – Internationaler Medienkunstpreis der Kunststiftung NRW. Andreas Angelidakis, Melanie Bonajo, Antoine Catala, Hanne Lippard, Sondra Perry. 10. November 2018–3. Februar 2019. Installationsansicht Westfälischer Kunstverein (Detailansicht Angelidakis). Foto: Thorsten Arendt.



Nam June Paik Award – Internationaler Medienkunstpreis der Kunststiftung NRW. Andreas Angelidakis, Melanie Bonajo, Antoine Catala, Hanne Lippard, Sondra Perry. 10. November 2018–3. Februar 2019. Installationsansicht Westfälischer Kunstverein (Detailansicht Bonajo). Foto: Thorsten Arendt.



Nam June Paik Award – Internationaler Medienkunstpreis der Kunststiftung NRW. Andreas Angelidakis, Melanie Bonajo, Antoine Catala, Hanne Lippard, Sondra Perry. 10. November 2018–3. Februar 2019. Installationsansicht Westfälischer Kunstverein (Detailansicht Catala). Foto: Thorsten Arendt.



Nam June Paik Award – Internationaler Medienkunstpreis der Kunststiftung NRW. Andreas Angelidakis, Melanie Bonajo, Antoine Catala, Hanne Lippard, Sondra Perry. 10. November 2018–3. Februar 2019. Installationsansicht Westfälischer Kunstverein (Detailansicht Lippard). Foto: Thorsten Arendt.



Nam June Paik Award – Internationaler Medienkunstpreis der Kunststiftung NRW. Andreas Angelidakis, Melanie Bonajo, Antoine Catala, Hanne Lippard, Sondra Perry. 10. November 2018–3. Februar 2019. Installationsansicht Westfälischer Kunstverein (Detailansicht Perry). Foto: Thorsten Arendt.






Andreas Angelidakis - Nam June Paik Award 2018 from Kunststiftung NRW on Vimeo.




Melanie Bonajo - Nam June Paik Award 2018 from Kunststiftung NRW on Vimeo.




Antoine Catala - Nam June Paik Award 2018 from Kunststiftung NRW on Vimeo.




Hanne Lippard - Nam June Paik Award 2018 from Kunststiftung NRW on Vimeo.




Sondra Perry - Nam June Paik Award 2018 from Kunststiftung NRW on Vimeo.





Jury, v.l.n.r./f.l.t.r.: Mark Beasley, Katerina Gregos, Krist Gruijthuijsen, Karen Archey, Mélanie Bouteloup, Foto/Photo: Thorsten Arendt.




Karen Archey

Kuratorin für Gegenwartskunst und zeitbasierte Medien, Stedelijk Museum, Amsterdam




Mark Beasley

Kurator für Medienkunst und Performance, Hirshhorn Museum, Washington D.C.

Foto: Darren Hall




Mélanie Bouteloup

Direktorin Bétonsalon – Center for Art and Research, Paris




Katerina Gregos

Freie Kuratorin und Autorin, Brüssel

Foto: Kristina Madjare




Krist Gruijthuijsen

Direktor, KW Institute for Contemporary Art, Berlin

Foto: Ali Kepenek






v.l.n.r.: Hanne Mugaas (Kunsthall Stavanger), Dr. Ursula Sinnreich (Kunststiftung NRW), Kristina Scepanski (Westfälischer Kunstverein), Anne-Claire Schmitz (La Loge, Brüssel) | Foto: Jenni Henke




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Nam June Paik Award 2018, Pressemitteilung "Gewinnerin"
 

Nam June Paik Award 2018, Press release, "Winner"
 

Nam June Paik Award 2018, Pressemitteilung "Ausstellung"
 

Nam June Paik Award 2018, Pressemitteilung "Jury"
 

Nam June Paik Award 2018, Press release "Jury"
 

Nam June Paik Award 2018, Pressemitteilung "Shortlist"
 


Westfälische Nachrichten vom 23.03.2018