Band 12

Oswald Egger – Triumph der Farben




Oswald Egger setzt mit diesem Band sein poetisch-experimentelles Finden und Entdecken fort und begibt sich in die Sphäre der Farbenwelt. Es entsteht ein Album aus Ideen und Gegenständen mit Blätterungen im bunt-beständigen Wechsel der Töne und Aspekte.



In diesem Buch werden Petrarcas „Triumph der Zeit” und der „Triumph der Ewigkeit” als Farbraum entfaltet (übersetzt und transponiert) über die kombinatorischen Couleurs von „Buntordnungen“. Dabei gehen experimentelle Untersuchungen über das Erkennen und Empfinden der Farben, Helligkeiten und ihrer Kombinationen, Farben und Wörter seltsame Liaisons ein: von der Vielfarbigkeit gegenstandsloser Vorstellungen über die ummantelnden Bewandtnisse buntgeformter Polygone in Zuschnittsformen figurativer Vielflache, die wie purzelnde Akteure mit Kautelen durch den Text stechen und quasi als Joker offener Formen Blatt für Blatt aufschließen dabei – als Triumph, als Spiel ums Spiel.


Dabei überlisten sich die Farben zu namentlichen Augenblicksgöttern Ton in Ton in mehrdimensionalen Farbräumen einer rigiden Geometrie der Begeisterung, die sich ausmalt von Lukrez über Bernhard Riemann und Bernhard Bolzano bis zum späten Wittgenstein. Ein greller Wechsel von Extremen verschmilzt die Kontraste und setzt sich fort bis in die Einzelheiten der Satz- und Wortfügung als ein Mosaikwerk wechselständig zusammengestellter Einzelteile, deren Wegzusammenhänge nicht unentwegt logisch, doch stets assoziativ verbunden sind, wie in einem Kartenspiel von Trümpfen, die einander ein- und ausspielen, bis sich Blatt um Blatt gewendet hat. (Verlagstext)



Oswald Egger

Triumph der Farben

Schriftenreihe der Kunststiftung NRW
Literatur, Band 12
Herausgegeben von der Kunststiftung NRW

Lilienfeld Verlag, Düsseldorf



          



         



Zum Autor:


Oswald Egger, geboren 1963 in Lana, Italien, lebt auf der Raketenstation Hombroich. Seit 2011 ist er Professor für Sprache und Gestalt an der Muthesius Kunsthochschule Kiel. Er erhielt u. a. den Peter-Huchel-Preis 2007, den H.C. Artmann-Preis 2008, den Oskar-Pastior-Preis 2010, den Preis der Stiftung Buchkunst für das schönste deutsche Buch 2010 sowie 2010 und 2013 den Karl-Sczuka-Preis, war 2012 Thomas-Kling-Poetikdozent in Bonn und 2014 Stipendiat der Villa Massimo. Oswald Egger ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Zuletzt erhielt er den Georg-Trakl-Preis für Lyrik 2017 und stand im selben Jahr mit seinem Buch Val Di Non auf der Longlist des Österreichischen Buchpreises. (Verlagstext)

 


Oswald Egger im Gespräch bei "Mehr Farbe", WDR 3, 8.12.2018 (Min. 20:31 bis 33.30)