Barbara Köhler:
42 Ansichten zu Warten auf den Fluss


           


Am 27. August 2017 wurde das Buch 42 Ansichten zu Warten auf den Fluss der in Duisburg-Ruhrort lebenden Lyrikerin Barbara Köhler vorgestellt.


Im Sommer 2016 folgte Barbara Köhler einer Einladung der Künstlergruppe OBSERVATORIUM und verbrachte mehrere Tage auf der Brückenskulptur „Warten auf den Fluss“. Aus ihren Beobachtungen und Betrachtungen sind 44 Neunzeiler (mit je 62 Zeichen pro Zeile) entstanden – ein Buch, das von Deindustrialisierung und 'Renaturierung' spricht, von der örtlichen Brache und einem toten Fluss, dessen Geschichte und Geschichten, von Realitäten und Utopien, Landschaften und Technik, in einer immer wieder neu gemodelten Gegend.


42 Ansichten zu Warten auf den Fluss ist ein leichtfüßig dichter Text über das Warten, das Fließen, die Zeit, den Tod – und natürlich auch über das Ruhrgebiet, über den möglichen, unmöglichen Umgang der Menschen mit Natur.

 

Das Kunstwerk „Warten auf den Fluss“, das derzeit auf Einladung der Grünen Hauptstadt Europas Essen auf der Emscher-Insel in Altenessen steht, wurde zum Ort der feierlichen Präsentation des Buches, aus dem Barbara Köhler las.


“Als ich Barbara Köhlers Werk kennenlernte, war ich angetan von ihren Ortsbeschreibungen, in denen ich mich aufhalten konnte, statt linear hindurchgeführt zu werden. Ich hatte Raum und Zeit für Assoziation und Studium (bei ihr kann man viel lernen!) Die Lyrik schaltet zwischen Geografie und Vorstellung – stellt kein Reich der Fantasie dar. Geo und Ego gehen Hand in Hand. Geo im Sinne von Ortsbeschreibung, Ego im Sinne von Deutung und Vergleich. Wie die Dinge und die Orte heißen, ist oft ein Eingangspunkt – hinzu kommen die Etymologie, Geschichte von Wort und vom Ort, und der Vergleich des Jetzt und Hier mit der literarischen Tradition. Ich hatte eine Welt betreten, in der die unterschiedlichsten Ansichten ihren Platz hatten.”

(Andre Dekker, OBSERVATORIUM)


42 Ansichten zu Warten auf den Fluss

Edition Korrespondenzen, Wien 2017, 96 Seiten, mit 5 Zeichnungen von OBSERVATORIUM und Karten der Emscher-Region, erstellt durch Kartografen der TU Dortmund.

Das Buchprojekt wurde von der Kunststiftung NRW gefördert.


Weitere Informationen zu der Installation "Warten auf den Fluss" und ihrem Ort finden Sie hier