Preisregen für Marion Poschmann


 

In der Begründung der Jury für den Düsseldorfer Literaturpreis 2017 heißt es: »In ihrem Gedichtband Geliehene Landschaften beschreibt sie mit humordurchsetzter Verzweiflung die Gärten ihrer Generation. Marion Poschmann ist die Biografin unserer denaturierten Natur in Zeiten der Globalisierung. In ihren Gedichten verpasst sie unserer Gegenwart neue Bilder und geistblitzende Sätze und vermischt utopisches Potential mit der Realität. Dass sich die 1969 in Essen geborene Autorin nicht vor Bildung fürchtet, ist im Essayband Mondbetrachtung in mondloser Nacht nachzulesen. In kleine Kapitel unterteilt, untersucht sie Diverses: Die Einbildungskraft, den Straßenbelag und das Universum der Literatur. Das Hohe und das Tiefe findet sich in ihren Texten auf einer Ebene. Marion Poschmann ist unserer Welt dankenswerter Weise mit gnadenloser Aufmerksamkeit auf den Fersen.« Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird durch die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf vergeben und zeichnet Autorinnen und Autoren aus, deren deutschsprachiges literarisches Werk inhaltlich oder formal Bezug auf andere Künste nimmt.

 

Die Jury für den Deutschen Preis für Nature Writing 2017 würdigt insbesondere »die außerordentlich genauen Naturbilder und die subtilen poetischen Evokationen einer Durchdringung von eigenmächtiger Natur und menschlicher Kulturtätigkeit« in Poschmanns Lyrik sowie »die klarsichtigen poetologischen Reflexionen über die ›Chiffrierung von Natur im Literarischen‹«, wie sie der Essayband Mondbetrachtung in mondloser Nacht präsentiere. Die 2017 erstmals vom Verlag Matthes & Seitz Berlin in Kooperation mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) vergebene Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert und wird in Verbindung mit einem Aufenthaltsstipendium für die Insel Vilm bei Rügen verliehen. Mit dem Preis sollen Autoren und Autorinnen ausgezeichnet werden, die sich in ihrem literarischen Werk auf Natur beziehen.

Marion Poschmann, 1969 in Essen geboren, studierte Germanistik und Slawistik und lebt heute in Berlin. Für ihre Prosa und Lyrik wurde sie vielfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt sie den Peter-Huchel- Preis und den Ernst-Meister-Preis für Lyrik; ihr Roman Die Sonnenposition stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und gewann den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2013. 2015/2016 hatte Marion Poschmann die Thomas-Kling-Poetikdozentur der Kunststiftung NRW an der Universität Bonn inne.



www.germanistik.uni-bonn.de/studium/poetikdozentur/