Frankreich, Deutschland und wir?


Schülergespräch mit Alfred Grosser im Rahmen des Reims-Projektes:
Grenzen überwinden – Zukunft gestalten



Foto: Melanie Stegemann



Am 09. März 2018 hatte die Kunststiftung NRW den renommierten Soziologen und Politikwissenschaftler Alfred Grosser (*1925) im Rahmen des Reims-Projektes zu einem Gespräch mit Schülerinnen und Schülern aus Nordrhein-Westfalen eingeladen: Ausgehend von der Frage „Frankreich, Deutschland und wir?“ diskutierten die Schülerinnen und Schüler mit Grosser über die besonderen deutsch-französischen Beziehungen, die Bedeutung des Ersten Weltkriegs für die junge Generation beider Länder und Möglichkeiten des kulturellen Austauschs zur weiteren Annäherung.

Dabei stellte sich Grosser, der in den vergangenen Jahren insbesondere das Gespräch mit jungen Menschen sucht, einer Vielzahl an Fragen, welche die Schülerinnen und Schüler in Hinblick auf den Austausch mit Grosser vorbereitet hatten: Warum ist die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg immer noch wichtig? Welche Bedeutung hatte der Krieg für die Stadt Reims? Wie hat sich das deutsch-französische Verhältnis seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute verändert? Was können Jugendliche tun, um die deutsch-französischen Beziehungen zu stärken? Welche Rolle spielen dabei Kunst und Kultur?

Die Schülerinnen und Schüler, unter denen sich viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten, von der Kunststiftung NRW initiierten deutsch-französischen Übersetzungswettbewerbs für die Jugend befanden, saßen in den ersten Reihen. Denn was Alfred Grosser zu vermeiden sucht, ist eine Mauer: Ihn interessiert das Denken und der Gedankenaustausch. So formulierte er ein Plädoyer für die offene Begegnung, für das Reisen, und vor allem dafür, sich zu engagieren, sich füreinander zu interessieren, sich auszutauschen und Situationen miteinander zu vergleichen, um voneinander zu lernen – den oder die andere/n über sich selbst hinaus zu sehen, um gemeinsam Probleme zu lösen. Die Essenz dieses Gespräches ist nach 90 Minuten Austausch schließlich das Gespräch selbst, das Grosser den Schülerinnen und Schülern als symbolische Antwort auf ihre Fragen zu den künftigen deutsch-französischen Beziehungen wie auch in Hinblick auf ein freies Europa mitgibt – das Gespräch als Grundlage für jede Offenheit, Konfliktlösung und Aufklärungsarbeit, für welche sich Alfred Grosser nach wie vor leidenschaftlich einsetzt.


Text: Christina Irrgang



Foto: Melanie Stegemann



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V.l.n.r.: Felix Neumann (Moderator), Ursula Sinnreich (Generalsekretärin der Kunststiftung NRW), Alfred Grosser, Fritz Behrens (Präsident der Kunststiftung NRW), Julika Badstieber (Projektmanagerin Reims-Projekt). Foto: Melanie Stegemann