Atelier NRW 2018: Nachlese 2019


Treffen im Kloster Steinfeld im Sommer 2018



Atelier NRW 2018 Autor*innentreffen: Die Nachlese im Literaturhaus Bonn mit Martin Becker, Joachim Geil, Selim Özdogan, Angela Steidele, Karosh Taha und Julia Trompeter



Atelier NRW steht für Qualität und Förderung schriftstellerischer Arbeit in Nordrhein-Westfalen. Initiiert vom Literarischen Colloquium Berlin (LCB) und vom Kölner Autor und Literaturvermittler Dorian Steinhoff, bot das Atelier von 2015 bis 2017 Jahr für Jahr sechs ausgewählten Autorinnen und Autoren die Möglichkeit, ihre aktuellen Schreibvorhaben kritisch zu prüfen und voranzutreiben. Der vierte Jahrgang löste sich vom eigenen Einzeltext zugunsten der Reflexion von Autor*innenberuf und -tätigkeit: Themen wie "Der Raum im Roman" oder "Die Poetik des biografischen Schreibens" wurden im Sommer 2018 während einer Klausurwoche im Kloster Steinfeld diskutiert. Anschließend schrieben die Teilnehmenden dazu Essays, die im aktuellen Winterheft der Zeitschrift Sprache im technischen Zeitalter zu entdecken sind. Bei der Nachlese im Literaturhaus Bonn werden die sommerlichen Gespräche in der Eifel noch einmal aufgegriffen und das Publikum einbezogen.

(Text: Atelier NRW)


Moderation: Thorsten Dönges und Dorian Steinhoff



Atelier NRW ist eine Initiative von LCB und Dorian Steinhoff, Köln, in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Bonn, gefördert von der Kunststiftung NRW und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

 



Termin:


21. Januar 2019

19.30 Uhr


Literaturhaus Bonn

Haus der Bildung

Mülheimer Platz 1

Bonn




Martin Becker, Foto: Marina Kinski


Martin Becker, geboren 1982 in Plettenberg, macht Radio, schreibt Bücher, mag Hunde. Arbeit als Autor, Kritiker und Regisseur. Hörspiele, Features und Reportagen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, unter anderem für den WDR, NDR, SWR und den Deutschlandfunk. Hat bislang vier Bücher veröffentlicht. Zuletzt: Gebrauchsanweisung für Prag und Tschechien (Piper Verlag, 2016) und Marschmusik (Luchterhand Literaturverlag, 2017). Im Frühjahr 2019 erscheint Warten auf Kafka. Eine literarische Seelenkunde Tschechiens (Luchterhand Literaturverlag). Martin Becker hat in Leipzig und Prag gelebt und wohnt mittlerweile in Köln.



Joachim Geil, Foto: Anita Schiffer-Fuchs


Joachim Geil, geboren 1970, lebt und arbeitet als Schriftsteller und freier Lektor in Köln. Er hat Kurzgeschichten, zahlreiche Essays zur Kunst und eine Künstler-Monografie veröffentlicht. Seine Romane Heimaturlaub (2010), Tischlers Auftritt (2012) und Ruhe auf der Flucht (2016) erschienen im Steidl Verlag Göttingen und bilden die lockere „Trilogie von Vergeblichkeit und Vergebung“. 2011 erhielt Joachim Geil den Georg-K.-Glaser-Förderpreis, 2013 den Pfalzpreis für Literatur. Derzeit arbeitet er an dem Erzählprojekt Angespannt über die Verführbarkeit eines Dichters durch Hass und Gewalt, bei dem er mit einem Arbeitsstipendium der Kunststiftung NRW und dem Dieter-Wellershoff-Stipendium der Stadt Köln unterstützt wird.



Selim Oezdogan, Foto: Tim Bruening


Selim Özdogan wuchs in den 1970er und 1980er Jahren als Kind türkischer Eltern in einer besonders privilegierten Situation auf: Überall wurde er wegen seiner Herkunft bevorzugt. Seine Mitschüler schenkten ihm ihre Pausenbrote, beim Bäcker wurde er stets vorgelassen und seine Lehrer tadelten ihn besonders sanft, wenn er den Unterricht störte – eine Jugend mit dem Kopf im Nektarkelch des Lebens. Da so alles zu einfach war, begann er zu schreiben. 1995 erschien sein erster Roman Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist - die wahrscheinlich ehrlichste und schonungsloseste Break-up-Novel der jüngeren deutschen Literatur. Seitdem sind zahlreiche Romane, Erzählungen, Hörbücher erschienen. Mit den Literaturpreisen war es ähnlich wie mit den Pausenbroten.



Angela Steidele, Foto: Ben Chislett


Angela Steidele, geboren 1968, erforscht und erzählt historische Liebesgeschichten. Sie veröffentlichte u. a. In Männerkleidern. Das verwegene Leben der Catharina Linck alias Anastasius Rosenstengel, hingerichtet 1721 (2004), Geschichte einer Liebe: Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens (2010) und den Roman Rosenstengel. Ein Manuskript aus dem Umfeld Ludwigs II. (2015). Anne Lister. Eine erotische Biographie (2017) bildet zusammen mit Zeitreisen. Vier Frauen, zwei Jahrhunderte, ein Weg (2018) und mit einer Poetik der Biographie (2019) Angela Steideles Trilogie zu biographischem Schreiben. Die Autorin wurde mehrfach ausgezeichnet. Sie lebt in Köln.



Karosh Taha, Foto: Havin Al-Sindy


Karosh Taha wurde 1987 in der kurdischen Kleinstadt Zaxo geboren. Seit 1997 lebt und arbeitet sie im Ruhrgebiet. Sie hat an der Universität Duisburg-Essen sowie in Kansas/USA Anglistik und Geschichte auf Lehramt studiert. Während des Studiums wurde sie mit einem Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung gefördert. Für ihr Werk erhält Karosh Taha 2018 den Förderpreis des Landes NRW. Ihr Debütroman erschien unter dem Titel Beschreibung einer Krabbenwanderung im März 2018 beim DuMont Buchverlag.



Julia Trompeter, Foto: Heike Bogenberger


Julia Trompeter wurde 1980 in Siegburg geboren. Sie studierte Philosophie, Germanistik und Klassische Literaturwissenschaft in Köln und promovierte in Berlin und Bochum. Seit 2009 tritt sie in dem performativen Projekt Sprechduette zusammen mit Xaver Römer auf. 2010 war sie Finalistin des open mike, 2012 erhielt sie das Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium der Stadt Köln, 2013 für ihren Debütroman eine Förderung der Kunststiftung NRW und 2014 den Förderpreis des Landes NRW für junge Künstlerinnen und Künstler.