Oswald Egger trifft Ann Cotten


Den Abschluss der aktuellen Lyrikreihe POETISCHE BEGEGNUNGEN werden zwei Sprachartisten gestalten, die jeweils auf eigene Art ihre atemberaubenden Saltos in und mit der Sprache springen. Saltos, bei denen uns nicht etwa hören und sehen vergeht, sondern hören und sehen mitsamt allen Sinnen aufs intensivste angesprochen sind und aufgehen.


Oswald Egger © Katharina Hinsberg


Oswald Egger, Jahrgang 1963, seit dessen Tod der von Thomas Kling erwählte Nachfolger auf der Raketenstation Hombroich, hat schon 2010 mit seinem „opus magnum“ genannten, knappe 800 Seiten umfassenden Lyrikbuch „Die ganze Zeit“ mit seinen ungewöhnlichen Versen und Zeichnungen einen Aufschrei der Kritik provoziert, der von Jubel bis Abwehr reichte und mit seinem jüngsten Buch poetischer Prosa „Euer Lenz“ 2013 auf den Spuren des Büchnerschen Lenz Erstaunen und Verwirrung gestiftet.


Ann Cotten, geboren 1982 im amerikanischen Iowa, aufgewachsen in Wien, hat nach mehreren Lyrikbüchern („Fremdwörterbuchsonette“, 2007) und ebenfalls poetischer Prosa („Der schaudernde Fächer“, 2013) im letzten Jahr mit ihrem an die 200 Seiten starken Versepos „Verbannt!“ erneut Furore gemacht. Denn wer sonst würde es heutzutage wagen, die Ereignisse um eine Fernsehmoderatorin, die auf eine einsame Insel verbannt wird, in so genannten Pseudo-Spencer Strophen zu erzählen?


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